Geranium (Storchschnabel)

Geranium (Storchschnabel)

Pelargonium odoratissimum

Storchschnabelgewächs

Volkstümlicher Name: Wanzenkraut

Stammt aus Algerien, der Insel Reunion, Madagaskar und Guinea.

Es gibt mehr als 20 Gattungen und etwa 700 Arten.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Pelargonium capitatum auf der Insel Reunion eingeführt, im Jahre 1900 die Pelargonium graveolens, die in Grasse gezüchtet wurde.

Zum Heiltee wird die ganze Pflanze verwendet; ansonsten das ätherische öl*, das durch Dampfdestillation gewonnen wird. Die Alten hielten das Geranium für ein ausgezeichnetes Wundheilmittel, das sogar Brüche heilen und auch Krebs bekämpfen kann.

* Zur Destillierung der Geranium-Essenz werden verschiedene Pelargonium-Sorten destilliert: P. graveolens, P. capitatum, P, roseum, P. fragans.

Wichtigste bekannte Bestandteile:

des ätherischen öles: terpenhaltige Alkohole (Citronellol, Geraniol, Terpineol, Linalol, Borneol), Terpene (I-Pinen, Phellandren), Ester (Essig, Butter, Baldrian, Ameisensäure), Ketone, ein Phenol, das Eugenol.

Die Bourbon-Essenz enthält 80-90% Citronellol und 10-20% Geraniol.

Eigenschaften:

Innerlich:

  • stärkend
  • zusammenziehend
  • blutstillend
  • antiseptisch
  • den Blutzuckerspiegel senkend
  • wurmtreibend
  • krebsbekämpfend (?)

äußerlich:

  • wundheilend
  • antiseptisch
  • schmerzlindernd
  • parasitenbekämpfend
  • die Mücken vertreibend

Anwendungsgebiete:

Innerlich:

  • verschiedene Schwächezustände (mangelnde Funktion der Nebennierenrinde)
  • Durchfall
  • Magen-Darm-Entzündungen
  • Magengeschwüre
  • Gebärmutterblutungen
  • Blutspucken (Sud aus den Blättern)
  • Diabetes
  • Harnsteine
  • Sterilität
  • Wurmbefall
  • Krebs (?)

äußerlich:

  • geschwollene Brüste
  • Wunden, Verbrennungen, Geschwüre, Angina, Entzündungen der Mundschleimhaut, Zungenentzündungen, Aphthen
  • Augenentzündungen
  • Gesichtsneuralgien, Gürtelrose
  • Magen- und Lendenschmerzen
  • Hauterkrankungen (Flechten, trockene Ekzeme)
  • vertreibt Mücken

Anwendungsarten:

Innerlich:

Heiltee: 1 TL auf 1 Tasse kochendes Wasser; 10 Minuten ziehen lassen. 3 Tassen pro Tag zwischen den Mahlzeiten,

ätherisches öl: 2 bis 4 Tr. pro Tag in Honig oder einer alkoholischen Lösung.

äußerlich:

eine Handvoll pro l Wasser, 10 Minuten kochen lassen, bei Angina, Mundschleimhaut- oder Zungenentzündungen damit gurgeln. Oder Tegarome zum Gurgeln verwenden: 25 Tr. auf 1 Glas lauwarmes Wasser.

Zerstoßene Blätter, die auf Wunden oder Schnittwunden gelegt werden, fördern die Heilung.

Die Blätter vertreiben Mücken.

Cremes oder Wachssalben auf Frostbeulen

Pomade bei geschwollenen Brüsten

reines oder verdünntes ätherisches öl: Schnittwunden, Wunden, Verbrennungen (siehe Tegarome)

frische Blüten, gemahlen, oder Blätter, als Auflage bei Augenentzündungen,

Sud oder Umschläge mit der gekochten Pflanze bei Gesichtsneuralgien, Magen- und Lendenschmerzen, Beinödemen, geschwollenen Brüsten, trockenen Ekzemen

siehe unter Origano für eine Pomade gegen Läusebefall.

Italien – Entdeckung eines blutgerinnungshemmenden Wirkstoffes in den Blättern verschiedener Geranium-Arten

Dr. Simone Vetrano vom sizilianischen Institut für Meeresbiologie in Sciacca hat in den Blättern verschiedener Geranium Arten, vor allem in Ziergeranien, einen Wirkstoff entdeckt, der in vitro auf menschliches Blut einen anhaltenden gerinnungshemmenden Effekt ausübt. Tierversuche haben in keinem Fall zu Blutungen, Vergiftungserscheinungen oder Veränderungen des Parenchymsystems geführt. (Presse Medicale, 1962)

  • Notabene: Das Geranium Robertianum L., auch Robertskraut genannt, hat mit dem Geranium odorantissimum vergleichbare Eigenschaften, obwohl es zu einer anderen Art gehört. Es enthält nur wenig Essenz, die einen üblen Geruch hat, mit der des Geraniums also nicht verwechselt werden kann.

Hier ein Ausschnitt aus einem Artikel von Roger Lavergne, erschienen am 14. April 1977 in dem Journal de I’Isle de la Reunion, in dem er über das Geranium Robertianum schreibt:

»Es enthält viele Tannine (35%), besitzt gerinnungshemmende und adstringierende Eigenschaften, die bei Ruhr und Augen-, Mund-, Darm-, Nieren- und Hautentzündungen nützlich sind.
Frische, gewaschene und zerdrückte Blätter oder der Saft aus frischen Blättern können bei Wunden und Hautgeschwüren angewendet werden.«

Cazin hat auf die »sanft harntreibende Wirkung von 50 bis 100 g Saft mit Molke vermischt, bei chronischen Nierenentzündungen«, hingewiesen. Und Dr. Leclerc schreibt ihm Eigenschaften zu, die mit denen des Insulins verwandt sind, denn es vermindert den Zuckergehalt im Urin von Diabetikern.

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