Knoblauch

Knoblauch

Allium sativum

Liliengewächs

Der Knoblauch ist als Gewürzpflanze seit der frühen Antike bekannt. Der griechische Arzt Galenos bezeichnete ihn als »Wunderheilmittel der Bauern«. Die ägypter erhoben ihn in den Rang einer Gottheit. Die Arbeiter, die die Pyramiden errichteten, bekamen pro Tag eine Knoblauchzehe zugeteilt, aufgrund der stärkenden und antiseptischen Eigenschaften, die damals schon bekannt waren. Auch bei den Hebräern, Griechen und Römern wurden dem Knoblauch Wunderkräfte zugeschrieben. In Spanien, Sizilien, ägypten und Algerien wächst er wild, im übrigen Europa wird er angebaut.

Volkstümliche Namen: Knobel, Knoflak, Knofel, Gruserich

Verwendete Teile:

die Knolle bei der Zubereitung von Speisen sowie von bestimmten pharmazeutischen Präparaten, sowie die Essenz (wird relativ selten verwendet).

Wichtigste bekannte Bestandteile:

Schwefelglykoside, flüchtiges öl (Mischung aus Schwefel und fast reinem Allyloxyd, laut Wertheim), Schwefel, Jod, Silizium, Stärke, zwei antibiotische Elemente: Allizin und Garlizin laut L. Binet, Allistatine I und II, die bei Staphylokokken große Wirkung zeigen …

Eigenschaften:

Innerlich:

  • antiseptisch (Darm und Lunge); die Essenz wird zum Teil über die Lunge ausgeschieden
  • bakterienbekämpfend (innerlich wie äußerlich, laut Torotsew und Filatova)
  • stärkend (vergleichbar mit Chinarinde)
  • allgemein anregend (besonders Herz und Verdauungsorgane)
  • kreislaufanregend
  • blutdrucksenkend (wirkt nach Loeper auf Arterien und Kapillaren gefäßerweiternd)
  • verlangsamt den Puls
  • krampflösend
  • das Gleichgewicht der Drüsen fördernd
  • die Sklerose bekämpfend (löst Harnsäure auf und wirkt blutverdünnend)
  • harntreibend
  • bekämpft Arthritis und Gicht
  • appetitanregend
  • magenstärkend (unterstützt die Verdauung schleimiger und klebriger Nahrungsmittel)
  • blähungsverhindernd
  • wurmtreibend
  • fiebersenkend
  • allgemein stärkend

äußerlich:

  • hühneraugenauflösend
  • wundheilend
  • parasitenbekämpfend
  • schmerzlindernd
  • auflösend
  • allgemein stärkend

Anwendungsgebiete:

Innerlich:

  • Vorbeugung und Behandlung von Infektionskrankheiten (Grippeepidemien, Typhus, Diphtherie)
  • Durchfall, Ruhr (laut Marcovici)
  • Lungenerkrankungen: chronische Bronchitis, Tuberkulose, Lungengangrän (laut Loeper und Lemierre), Grippe, Schnupfen …
  • Asthma und Lungenblähung (verändert die Lungensekretion) Keuchhusten (laut H. Leclerc)
  • allgemeine Schwächezustände
  • Darmkrämpfe
  • Verdauungsschwäche
  • Bluthochdruck (Pouillard)
  • Herzschwäche
  • bei bestimmtem Herzjagen
  • Gefäßkrämpfe, Kreislaufbeschwerden
  • Krampfadern, Hämorrhoiden
  • Störung des Drüsengleichgewichts
  • Arteriosklerose, Altersbeschwerden
  • übergerinnbarkeit des Blutes, zuviel Blut
  • Rheuma, Gicht, Arthritis
  • verminderte Harnausscheidung
  • Beinödeme
  • Wassersucht
  • Harnsteine
  • Tripper
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Blähungen
  • Darmparasiten (Spul-, Maden- und Bandwürmer)
  • Vorbeugung gegen Krebs (aufgrund seiner Eigenschaft, der Darmfäulnis entgegenzuwirken)

äußerlich:

  • Hühneraugen, Warzen, Schwielen
  • einfache und infizierte Wunden, Geschwüre, Krätze, Schorf
  • Ohrenschmerzen
  • rheumatische Schmerzen
  • Wespen- und Insektenstiche
  • kalte Abszesse
  • Gelenktuberkulose, Zysten
  • allgemeine Schwächezustände

Anwendungsarten:

Innerlich:

möglichst roh in Salatsaucen, ganz allgemein bei der Zubereitung von Speisen

morgens 1 bis 2 Knoblauchzehen (Gicht, allgemeiner Gesundheitszustand). Das von mir empfohlene System: abends 2 Knoblauchzehen mit etwas Petersilie hacken, mit Olivenöl vermengen, morgens aufs Brot streichen.

Knoblauchtinktur 1/50: zweimal täglich 10 bis 15 Tr. (Tageshöchstdosis 30 Tr.), als Kur angewendet. Zwischen den Kuren einige Tage Pause einlegen.

Weingeistlösung mit frischen Knollen: 20 bis 30 Tr. zweimal täglich (chronische Bronchitis, Lungenblähung, Keuchhusten, Bluthochdruck).

Gegen Darmparasiten: 3 bis 4 geriebene Zehen in eine Tasse mit kochendem Wasser oder Milch geben, die Nacht über ziehen lassen, am nächsten Morgen auf nüchternen Magen trinken. Insgesamt drei Wochen lang oder 25 g in einem Glas Wasser oder Milch 20 Min. ziehen lassen; 3 bis 4 Tage lang zwei Gläser täglich bei abnehmendem Mond; die Kur jeden Monat wiederholen.

Gegen Bandwurm: eine große Zehe reiben. 20 Min. in Milch kochen, jeden Morgen auf nüchternen Magen trinken, bis der Wurm abgeht (vor dem Mittagessen nichts anderes trinken!). Knoblauchsaft: 20 g in 200 g lauwarmer Milch auf nüchternen Magen (wurmtreibend).

Wurmtreibender Sirup: zerdrückte Knoblauchzehen 500g, kochendes Wasser 1 Liter, eine Stunde ziehen lassen, filtern. 1 kg Zucker hinzugeben. Morgens nüchtern 30 bis 60 g (2 bis 3 EL).

Zur Neutralisierung des Knoblauchgeschmackes 2 oder 3 Kaffeebohnen, Anis- oder Kümmelsamen, Kardamon (H. Leclerc), 1 Apfel oder etwas Petersilie langsam kauen.

äußerlich:

Mit Fett und öl zerstoßener Knoblauch ergibt eine Salbe, den sogenannten Teufelssenf; bei Gelenktuberkulose wirkt diese Salbe auflösend.

Desinfizierung von Wunden und Geschwüren: Knoblauchsaft in 10%iger Verdünnung (1 bis 2% Alkohol in der Verdünnung); oder Knoblauchessig: 30 g geriebenen Knoblauch 10 Tage in 1/2 l Essig ziehen lassen.

Krätze, Grind: mit einer Mischung aus 1 Teil Knoblauch und 2 Teilen Kampferöl einreiben. Oder mit einem Knoblauchsud waschen: 6 Zehen auf 1 I Wasser.

Bei Rheuma mit der gleichen Mischung einreiben; ebenfalls bei allgemeinen Schwächezuständen (entlang der Wirbelsäule einreiben).

Bei Schwerhörigkeit, die auf Rheuma zurückzuführen ist, jeden Abend einen mit Knoblauchsaft getränkten Tampon ins Ohr einführen.

Bei Ohrenschmerzen eine Gaze mit geriebenem Knoblauch ins Ohr einführen (die Gaze muß so lang sein, daß man sie problemlos wieder herausziehen kann!).

Hühneraugen, Warzen, Schwielen: eine geriebene Knoblauchzehe abends als Pflaster auflegen, die gesunde Haut dabei schützen. Erfolg innerhalb von 14 Tagen. Oder: eine heiße, im Ofen gebackene Knoblauchzehe mehrmals am Tag auflegen.

Oder: Eine Scheibe Knoblauch zurechtschneiden, auf dem Hühnerauge festbinden, den Verband morgens und abends erneuern.

Gegen Warzen und kleine Zysten: mehrmals am Tag mit einem Stück Knoblauch einreiben; gegen Ende der Behandlungszeit Heilerde unter kleinen Pflastern mehrmals auflegen.

Wespen- und Insektenstiche: den Dorn aus der Wunde ziehen und den Stich mit Knoblauch einreiben.

  • Notabene
  1. Knoblauch bekommt Menschen mit Hautleiden, Flechten, Magen- und Darmreizungen nicht; auch stillende Mütter sollten vorsichtig sein, denn er verändert die Zusammensetzung der Milch und kann so bei Säuglingen Koliken auslösen. Auch bei Blutandrang in den Lungen, starkem und trockenem Husten, Bluthusten und Fieber sollte man ihn vermeiden (laut Leclerc).
  2. Gemäß einem alten Brauch wirken Knoblauchzehen, die den Kranken in einem Säckchen um den Hals gebunden oder auf dem Nabel befestigt werden, wurmtreibend und vorbeugend gegen Infektionskrankheiten.
  3. Zerstoßene Knoblauchzehen können, als Pflaster angewendet, Senfmehl ersetzen. Bei bestimmten Rheumaleiden fördern Knoblauchumschläge die Durchblutung.
  4. Bei Typ
    hus-Fieber wird folgende Behandlung empfohlen: Die Füße des Kranken mit einem Breiumschlag aus geriebenem Knoblauch, gehackten Zwiebeln und zerstoßenen Brennesselblättern umwickeln, mit einer warmen Decke umhüllen, den Vorgang jede Stunde erneuern.
  5. 1914 wurde im Metropolitan Hospital in New York eine großangelegte Untersuchung der Tuberkulose durchgeführt (1000 Patienten). Unter den 56 erprobten Behandlungsmethoden schloß die Behandlung mit Knoblauch (unter den pflanzlichen Behandlungsformen) am besten ab.
  6. Knoblauchtinktur (Herstellung): Knoblauchzehen 50 g, Alkohol zu 60% 250 g.
    Die Zehen schälen, kleinschneiden und 10 Tage in Alkohol legen. Häufig schütteln. Auspressen und filtern.
    Verwendung: innerlich als Antiseptikum, zur Gefäßerweiterung und Senkung von zu hohem Blutdruck, auch bei Sklerose, Rheuma und Asthma empfohlen (in diesem Fall während eines Anfalls einige Tropfen auf ein Stück Zucker träufeln).

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