Pfefferminze Mentha piperita

Pfefferminze Mentha piperita

Lippenblütler

Eine einheimische, heute systematisch angebaute Pflanze; vielleicht ein Hybride der Mentha viridis, der grünen Minze. Häufig werden beide Minzen als englische Minze bezeichnet. Die Anbaugebiete erstrecken sich heute über Frankreich, England und Italien bis nach Amerika.

Zur Verwendung kommen die Blätter der Pfefferminze und die Essenz, die mit Hilfe von Dampfdestillation aus den Blättern gewonnen wird.

Wichtigste bekannte Bestandteile:

vor allem die Essenz (2 bis 3%), die 30 bis 70% Menthol enthält, dann Terpene (Menthen, Phellandren, Limonen …), ein Keton (Menthon), sowie Gerbsäure. Essenzen, die aus Pflanzen aus dem nördlichen Anbaugebiet gewonnen werden, sind in der Regel wirksamer (vor allem die englische Sorte Mitcham, nach dem Ort genannt, wo sie in großem Maße angebaut wird).

Eigenschaften:

Innerlich:

  • das Nervensystem anregend, allgemein kräftigend
  • magenstärkend
  • krampflösend (Magenkrämpfe, Koliken)
  • blähungsbekämpfend
  • allgemein antiseptisch, vor allem aber im Darmbereich
  • schwach schmerzlindernd (im Darmbereich)
  • das Einsetzen der Monatsblutung fördernd
  • den Auswurf fördernd
  • wurmtreibend
  • leicht aphrodisisch
  • die Muttermilchproduktion einschränkend
  • in starken Dosen schlafstörend

äußerlich:

  • antiseptisch
  • parasitenbekämpfend
  • krampflösend, schmerzlindernd
  • mückenvertreibend

Anwendungsgebiete:

Innerlich:

  • allgemeine Müdigkeit
  • Verdauungsschwäche, Verdauungsstörungen
  • Magenschmerzen
  • Luftschlucken
  • Magenkrämpfe und Koliken (laut Trousseau)
  • Blähungen, Durchfall, Cholera
  • Vergiftungen im Magen-Darm-Trakt
  • übelriechender Atem bei Verdauungsstörungen
  • Leberkrankheiten
  • nervöses Erbrechen (laut Trousseau)
  • Herzklopfen und Schwindelzustände
  • Migräne, Zittern
  • Lähmungserscheinungen
  • ungenügende oder schmerzhafte Monatsblutungen
  • Impotenz
  • Asthma, chronische Bronchitis (fördert den Schleimauswurf)
  • Tuberkulose (laut L. Sevelinges)
  • Darmparasiten

äußerlich:

  • Krätze
  • Asthma, Bronchitis
  • Stirnhöhlenvereiterung
  • Migräne
  • Zahnschmerzen
  • vertreibt Mücken

Anwendungsarten:

Innerlich:

Heiltee: 1 TL Blätter auf 1 Tasse kochendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen. 3 Tassen täglich nach oder zwischen den Mahlzeiten. Vorsicht: kann schlafstörend wirken.

Pfefferminzgeist: 15 bis 20 Tr. in einem Glas Zuckerwasser. Sirup: 20 bis 100 Tr. täglich.

Essenz: 2 bis 5 Tr. mehrmals am Tag in einem Getränk oder in Honig aufgelöst. Durchschnittliche Tagesdosis: 0,05 bis 0,30g (45 Tr. = 1 g).

Stimulierendes Elixier: Pfefferminzgeist 20 g, Zuckersirup 100 g, Zimtwasser 50 g, kaffee- oder eßlöffelweise.

Magenstärkender Trank: Pfefferminzgeist 15 g, Anisgeist 15 g, Zimtsirup 30 g, Lindenblütenwasser 120 g, kaffee- oder eßlöffelweise.

äußerlich:

als Inhalation (bei Asthma, Bronchitis, Stirnhöhlenvereiterung), zum Einreiben bei Migräne oder Zahnschmerzen bei Krätze: siehe unter Lavendel die Helmerich-Pomade zum Vertreiben von Mücken: für die Nacht das Kopfkissen mit einigen Tropfen Pfefferminz-Essenz beträufeln. Pfefferminz-Essenz wird in Zahnpasta und Mundwasser verwendet. Ihre krampflösende Wirkung wird bei manchen Abführmitteln benutzt.

  • Notabene:
  1. Ich kann meinen Lesern nicht warm genug empfehlen, frische Pfefferminze in Rohkost und Salatsaucen zu verwenden.
  2. Wenn man dem Sud von korsischem Moos (in Deutschland kaum erhältlich) eine Handvoll Pfefferminzblätter hinzufügt, erhält man ein ausgezeichnetes wurmtreibendes Mittel, vor allem für Kinder.
  3. Gegen das Ausbleiben der Monatsblutung: eine Prise wilder Pfefferminzblätter, Rosmarin, Beifuß und Salbei 8 Tage in 2 I Rotwein ziehen lassen (kalt), filtern. Zehn Tage lang morgens nüchtern ein Glas.
  4. Pfefferminz-Essenz tötet den Staphylokokkus innerhalb von 3’/z Stunden (laut L. Sevelinges) und den Tuberkulose-Erreger noch in einer Verdünnung von 0,4%o (laut Courmont, Morel und Rochaix).
  5. Siehe unter Gewürznelke ein Zahnpasta-Rezept.
    Siehe unter Rosmarin das Rezept für ein aphrodisisches Bad.
  6. Ein Zahnelixier: Guajac-Geist 187 g, Kampfer-Geist 4 g, Pfefferminz-Essenz 6 Tr., Löffelkraut-Essenz 6 Tr., Rosmarin-Essenz 6 Tr.
  7. Pfefferminztee, abends getrunken, kann Schlaflosigkeit herbeiführen; manche trinken ihn, um wach zu bleiben.

Andere Minze-Arten

  • Die japanische oder Ackerminze, Mentha avernis, Mentha piperascens. Ihre Essenz enthält 75% Menthol; mehr als 3/4 der Weltproduktion wird aus dieser Minze-Art hergestellt.
  • Mentha longifolia (Roß-Minze), Mentha aquatica (Wasserminze), Mentha pulegium (Polei-Minze) u. a.
    Fertiges Präparat: »Climarome« (S. 368)

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