Rosmarin

Rosmarin

Rosmarinus officinalis

Lippenblütler

Volkstümliche Namen: Antonskraut, Meertau, Krankenkraut, Hochzeitsblümchen

Rosmarin wächst in Südfrankreich (Provence), Italien, Spanien, Tunesien, Dalmatien usw. Er wird in der Küche verwendet, als Heiltee (Blüten und Blätter) oder als Essenz, die mit Hilfe von Dampfdestillation aus den Blüten gewonnen wird (100 kg Blüten liefern ungefähr 1,5 kg Essenz).

Wichtigste bekannte Bestandteile:

das ätherische öl, bestehend aus Pinen, Kampfen, Borneol (15%), Kampfer, Harz, Bitterstoffen, Saponin …

Eigenschaften:

Innerlich:

  • allgemein anregend (wie Pfefferminze, Melisse, Salbei, Thymian), das Herz kräftigend, die Nebennierenrinden anregend, blutdrucksenkend (laut Caujolle und Cazal)
  • magenstärkend
  • antiseptisch, vor allem bei Lungenkrankheiten (Husten)
  • Durchfall und Gärungsprozesse bekämpfend
  • blähungsbekämpfend
  • rheuma- und schmerzlindernd
  • gichtbekämpfend
  • den Gallenfluß fördernd (laut Chabrol verdoppelt die intravenöse Infusion bei Tieren das Volumen der Gallenproduktion. Experimente mit Einführung von Sonden in den Zwölffingerdarm von Parturier und Rousselle)
  • das Einsetzen der Monatsblutung fördernd
  • die Gehirntätigkeit fördernd
  • harn- und schweißtreibend

äußerlich:

  • wundheilend, auch bei Brandwunden, auflösend
  • parasitenbekämpfend

Anwendungsgebiete:

Innerlich:

  • allgemeine Schwächezustände
  • physische und intellektuelle überanstrengung (Gedächtnisschwierigkeiten)
  • Bluthochdruck
  • Impotenz
  • Bleichsucht, Neigung zu Haut- und Schleimhautentzündungen
  • Asthma, chronische Bronchitis, Keuchhusten, Grippe
  • Darminfektionen, Dickdarmentzündung, Durchfall
  • Blähungen Leberbeschwerden, Gallenblasenentzündung, Gelbsucht aufgrund von Leberentzündung und Verstopfung, Zirrhose, Gallensteine
  • erhöhter Cholesteringehalt im Blut
  • Verdauungsschwierigkeiten, Magenschmerzen
  • Rheuma, Gicht
  • schmerzhafte Monatsblutungen, Weißfluß
  • Migräne, Nervenleiden: Hysterie, Epilepsie, Lähmungsfolgen, Gliederschwäche
  • nervöse Herzbeschwerden
  • Schwindelzustände, Herzstolpern

äußerlich:

  • Wunden, auch Brandwunden
  • Rheuma
  • Muskelschmerzen
  • Weißfluß
  • Krätze, Haarausfall
  • allgemeine Erschöpfungszustände, besonders auch der Kinder, Sehschwäche (Augenbäder)

Anwendungsarten:

Innerlich:

Heiltee (Blätter oder Blüten): 1 TL auf 1 Tasse kochendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen. 1 Tasse vor oder nach den Mahlzeiten

flüssiger Auszug: 3 bis 5 g pro Tag

ätherisches 61: (50 Tr. = 1 g) 3 bis 4 Tr. zwei- bis dreimal täglich in einer alkoholischen Lösung oder mit Honig

äußerlich:

als Kompressen bei Rheuma: 1 Handvoll auf 1 I Wasser 10 Minuten kochen lassen. Der gleiche Sud bei Weißfluß als Vaginal-Injektion oder als Wundlotion

die Essenz in einer alkoholischen Lösung (2%) bei Rheuma zum Einreiben bei Rheuma: Ingwer-Tinktur 40 g, Origano-Essenz 2 g, Rosmaringeist 60 g. Siehe unter Ingwer ein persönliches Rezept. Als stärkender Badezusatz (vor allem für Kinder) und gegen Rheuma und Augenschwäche. Stärkende Vollbäder sollten möglichst morgens genommen werden.

Ein aphrodisisches Bad (mit allen Vorbehalten): zerstoßener Muskat 50 g, Rosmarin 500 g, Salbei 500 g, Origano 500 g, Pfefferminze 500 g, Kamillenblüten 500 g, 12 Stunden ziehen lassen, dann Wacholdertinktur 100 g, Gewürznelkentinktur 100 g hinzufügen. Ausreichend für ein Vollbad.

Haarausfall, Krätze, siehe unter Zimt.

  • Notabene:
  1. Rosmarin-Essenz in überhöhten Dosen kann zu epileptischen Anfällen führen; sie macht, wie die von Fenchel, Tiere furchtsam, während die von Salbei, Wermut und Ysop, die ebenfalls zu epileptischen Anfällen führen können, Tiere aggressiv werden läßt.
  2. Rosmarin-Geist, ein ehemals berühmtes Jungbrunnenelixier, dem oft noch Zedern- und Terpentin-Auszüge beigesetzt wurden, trug früher den Namen »Wasser der Königin Ungarn« (1380). Es wird berichtet, daß mit seiner Hilfe ei siebzigjährige, gelähmte und gichtgequälte Prinzessin sich in ein so junges und verführerisches Mädchen verwandelte, daß der polnische König um ihre Hand anhielt.
  3. Rosmarin ist Bestandteil des »Essigs der vier Diebe«; gehört in aromatische Weine, in Beruhigungs-Balsam, in Dardel-Wasser (anregend), in Wundgeist (nach dem französischen Arzneimittelkodex), in Nervenbalsam (anregend, rheumabekämpfend), in Rosmarin-Pomade (gegen Haarausfall) und in Salben der Tiermedizin.
  4. Siehe unter Pfefferminze das Rezept für ein Zahnelixier.

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