Thymian

Thymian

Thymus vulgaris

Lippenblütler

Volkstümliche Namen: Quendel, Feldkümmel

Der Thymus serpyllum oder Strand-Thymian hat die gleichen Eigenschaften wie der Thymus vulgaris und wird in der gleichen Weise verwendet. Der Thymian gehört zu den Pflanzen, die die meisten wohltuenden Eigenschaften aufzuweisen haben.

Verwendete Teile:

Blüten und Blätter (als Heiltee) und die Essenz, die mit Hilfe von Dampf aus den Blüten destilliert wird; diese Essenz muß erst von reizenden Substanzen gereinigt werden, bevor man sie verwenden kann.

Wichtigste bekannte Bestandteile:

Gerbsäure, Bitterstoffe, Essenz mit zwei Phenolen (bis zu 60% Thymol und Carvacrol), Terpene (Terpinen, Lymen), Alkohole (Borneol, Linalol) …

Eigenschaften:

Innerlich:

  • allgemein anregend, psychisch und physisch
  • nervenstärkend
  • gilt als intelligenzfördernd
  • soll aphrodisisch sein
  • appetitanregend
  • blutdruckerhöhend (laut Cajolle und Cazal)
  • krampflösend, magenstärkend
  • balsamisch, den Auswurffördernd (die Sekretionen verändernd)
  • antiseptisch (Verdauungstrakt, Lunge, Genitaltrakt, Harnwege)
  • bei Infektionskrankheiten die Bildung der weißen Blutkörperchen anregend
  • harntreibend, schweißtreibend
  • das Einsetzen der Monatsblutung fördernd
  • blähungsbekämpfend
  • leicht betäubend

äußerlich:

  • antiseptisch und bakterienbekämpfend, vor allem die peroxydierte Essenz, giftbekämpfend
  • fäulnisverhindernd, wundheilend
  • rheumabekämpfend
  • parasitenbekämpfend

Anwendungsgebiete:

  • psychische und physische Schwächezustände, Angstzustände, Nervenschwäche, Nervenschmerzen
  • Blutarmut (Kinder)
  • niedriger Blutdruck
  • Bleichsucht
  • Krampfhusten (Keuchhusten, laut H. Schulz)
  • Lungenkrankheiten: Lungenblähungen, Pilzbefall der Lunge, Bronchitis
  • Tuberkulose
  • Asthma
  • Verdauungsbeschwerden
  • Darm- (Typhus) und Harnwegsinfektionen
  • Gärungen, Blähungen
  • Erkältungskrankheiten (Grippe, Stirnhöhlenkatarrh, Zerschlagenheit, Frösteln, Halsentzündungen), eines der besten Mittel
  • Furunkel
  • Rheuma
  • Kreislaufstörungen
  • durch Krankheit verursachtes Ausbleiben der Monatsblutungen
  • Weißfluß (laut M. Girault, Dijon)
  • Darmparasiten (Spulwürmer, Madenwürmer, Hakenwürmer, Bandwürmer)
  • Schlaflosigkeit

äußerlich:

  • Hautkrankheiten, Furunkel, Wunden
  • Weißfluß
  • Mundhöhlen- und Zahnpflege
  • allgemeine Erschöpfungszustände (Bäder)
  • Gelenk- und Muskelrheuma, Gicht, Arthritis
  • Haarausfall
  • Desinfizierung der Haut
  • Läusebefall, Krätze

Anwendungsarten:

Innerlich:

Heiltee: 1 Zweig pro Tasse. Einige Sekunden kochen, dann 10 Minuten ziehen lassen. Je nach Geschmack und möglichst mit Honig süßen. 3 bis 4 Tassen täglich, zwischen oder nach den Mahlzeiten

häufiger Gebrauch in der Küche (Suppen, gegrilltes Fleisch … siehe auch Notabene)

ätherisches öl. entweder als Tropfen (3 bis 5 Tr. dreimal täglich in alkoholischer Lösung oder Honig (siehe S. 147) oder als Pille: Thymian-Essenz 0,10 g, Mandelseife 0,10 g, Eibischpulver 0,10 g pro Pille. 4 bis 6 Pillen pro Tag

bei Keuchhusten: Thymian-, Eukalyptus- und Zypressen-Essenz gleichzeitig

bei Halsentzündungen Thymian kauen

  • Notabene:
  1. Der sehr angenehm zu trinkende Thymian-Tee kann nicht warm genug empfohlen werden, vor allem zum Frühstück, Ersatz für Kaffee oder Tee.
  2. Ein Rezept für eine Marinade, von Dr. H. Leclerc: in einem halben Liter Weißwein ein Thymian-Sträußchen, ein Bergbohnenkrautsträußchen, einige Schalotten, 3 oder 4 Knoblauchzehen, 2 Lorbeerblätter, einige Gewürznelken ziehen lassen, 250 g Salz und 15 g gemahlenen Pfeffer hinzufügen (von Husson überliefert).

äußerlich:

  1. Als Pomade (bei Hautkrankheiten, Rheuma- und Muskelschmerzen, bei Keuchhusten zum Einreiben der Brust), in Kosmetika als Zusatz bei Hautmilch, Cremes und Toilettenwasser (laut Novi stark bakterienabtötend);
    häufig in Verbindung mit Zitrone und Bergamotte;
    in der Chirurgie als Seifenlösung zur Desinfizierung der Hände; Sud in Olivenöl, als Kompresse auf Wunden, bei Insektenstichen oder Schlangenbissen. Zusätzlich mit Essenz oder zerriebenen Blättern die Bißstelle bestreichen (kann den Arzt nicht ersetzen).
  2. Bei Rheumaschmerzen Thymian hacken, in einem Gefäß erwärmen, mit Gaze umhüllen und heiß auflegen.
  3. Aromatisches Bad: 500 g Thymian in 4 I Wasser kochen, filtern, dem Badewasser zusetzen (Arthritis, Rheuma, Gicht, allgemeine Schwächezustände; gleichzeitig schleimlösend und den Auswurf fördernd).
  4. Hier ein nutzbringendes, von Dr. H. Leclerc übermitteltes. Rezept für ein Vollbad: Tyhmian-Essenz 2 g, Origano-Essenz 0,5 g, Rosmarin-Essenz 1 g, Lavendel-Essenz 1 g, basisches Natron 350 g, stärkend, gut für Arthritis-Erkrankte.
  5. Inhalationsmischung: Menthol 0,25 g, Peru-Balsam 5 g, Thymian-Essenz 10 g, Alkohol zu 90% 80 g, 1 TL in einer Schale mit sehr heißem Wasser; 2 bis 3 Inhalationen täglich.
    Siehe unter Fichte ein anderes Rezept und unter Eukalyptus ein Rezept für »Inhalations«-Tabletten.
  6. Konzentrierter Sud: 1 Handvoll auf 1 I Wasser. Auf die Hälfte einkochen lassen (kräftigt die Kopfhaut, verlangsamt oder verhindert Haarausfall).
  7. Bei Läusebefall oder Krätze siehe unter Zimt und unter Origano das Rezept einer Pomade.
  8. Siehe unter Zimt den Likör »Perfekte Liebe«.
  • Notabene: Thymian ist eine der seit frühester Zeit schon (ägypter, Etrusker, Griechen, Römer, vor allem auch Dioskurides und Hippokrates; siehe die Beschreibungen von Vergil und Plinius) in der Therapie am meisten verwendeten aromatischen Pflanzen. Je nach Art enthält er 0,10 bis 1,5% ätherisches öl. Die 2 Phenole des Thymians, Phenol (siehe weiter unten) und Carvacrol werden in den gleichen Fällen wie Thymian-Essenz angewendet und häufig zur Arzneimittelherstellung benutzt.
    Peroxydierte Thymian-Essenz in verdünnter seifenhaltiger Lösung (0,10%) zerstört die Mikroben in der Mundhöhle innerhalb von 3 Minuten (Zahnpasten mit Thymian). Getrockneter und zerstoßener Thymian ist ein gutes Zahnputzmittel, das gleichzeitig das Zahnfleisch kräftigt. Man kann es zu gleichen Teilen mit Heilerde mischen.
    Novi (Italien) hat die aktivierende Wirkung von Thymian-, Lavendel- und Bergamotte-Essenz auf die Bildung der weißen Blutkörperchen nachgewiesen (das trifft auch auf die Zitronen- und Kamillen-Essenz zu); so läßt sich die den Organismus bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten unterstützende Eigenschaft des Thymians erklären. Eine Erkenntnis, die heute wissenschaftlich belegt ist.
    Die von den unterschiedlichen Thymian-Arten gewonnenen Thymian-Essenzen unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung deutlich. Die Anteile von Thymol, Carvacrol und Citral sind in entscheidendem Maße verschieden (analog zu allen Zitronenkraut-Essenzen). Trotzdem ist die Wirkungsweise aller Thymian-Essenzen, therapeutisch gesehen, ähnlich.

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