Wacholder*

Wacholder*

* Unter den Wacholderarten unterscheiden wir a) eine Gruppe mit priemförmigen Blättern und unregelmäßig ansetzenden ästen; zu dieser Gruppe gehört der Juniperus communis und der Juniperus oxycedrus (Baumwacholder, siehe im Anschluß) b) eine Gruppe, deren Blätter direkt an den ästen ansetzen und regelmäßig vertikal vom Stamm ausgehen. Zu dieser Gruppe gehört der Sadebaum u. a.

Juniperus communis

Zypressengewächs

Der kleine Strauchbaum mit dem harten Holz wächst in ganz Europa, von Schweden bis zu den Mittelmeerländern und in Kanada, Amerika usw. Bereits in der Antike waren seine antiseptischen und harntreibenden Wirkungen bekannt (Cato der ältere).

Verwendete Teile:

Beeren, Holz, Blätter und Essenz, die mit Hilfe von Dampf aus den Beeren destilliert wird.

Wichtigste bekannte Bestandteile:

Juniperin und das ätherische öl, das in der Hauptsache Borneol und Isoborneol enthält, dann Cadinen, Pinen, Camphen, Terpineol, terpenischer Alkohol: Wacholderkampfer, Albumin, Zucker (73%) …

Eigenschaften:

Innerlich:

  • das Nervensystem, den Verdauungstrakt und die Eingeweide stärkend, allgemein die Sekretionstätigkeit anregend (Beeren)
  • antiseptisch (Lunge, Verdauungstrakt, Harnwege, Blut)
  • magenstärkend
  • blutreinigend
  • entschlackend
  • harntreibend, schweißtreibend (Holz)
  • rheumabekämpfend, fördert die Ausscheidung der Harnsäure und der Giftstoffe
  • diabetesbekämpfend
  • das Einsetzen der Monatsblutung fördernd
  • einschläfernd

äußerlich:

  • parasitenbekämpfend
  • entschlackend
  • antiseptisch
  • wundheilend

Anwendungsgebiete:

Innerlich:

  • allgemeine oder organische Erschöpfungszustände
  • Vorbeugung gegen ansteckende Krankheiten
  • Harnwegserkrankungen (Nieren, Blase): Tripper, Blasenentzündung (nicht angebracht bei akuter Nierenentzündung) Albuminspuren im Harn
  • herabgesetzte Harnausscheidung
  • Wassersucht,
  • Zirrhose
  • Gärungen im Darmtrakt
  • Harnsteine
  • Arterienverkalkung
  • Gicht
  • Rheuma
  • Arthritis
  • Diabetes
  • schmerzhafte Monatsblutungen, Weißfluß

äußerlich:

  • Folgeerscheinungen von Lähmungen
  • feuchte Ekzeme
  • Akne
  • Wunden, auch schwer heilende, Geschwüre
  • Hautkrankheiten, Zahnschmerzen (Wacholderteeröl oder Cadeöl)
  • Hundekrätze (im veterinärmedizinischen Bereich)
  • Desinfizierung von Wohnräumen

Anwendungsarten:

Innerlich:

Beeren

Als Heiltee: 20 bis 30 g auf 1 l Wasser oder 1 TL auf 1Tasse. 10 Minuten ziehen lassen (harntreibend und magenstärkend)

In folgenden Dosierungen sind sie bei Diabetes wirksam: 2 bis 4 Wochen lang täglich 10 gemahlene Beeren mit etwas Wasser zu sich nehmen. Die Kur öfters wiederholen.

Mutter-Tinktur der Beeren: 15 Tropfen in einem Heiltee nach dem Essen

wasserhaltiger Auszug: 1 bis 5 g täglich, in Kapseln oder in einem Getränk

Essenz: 0,10 bis 0,20 g täglich, in einer alkoholischen Lösung oder in Honigwasser

Sirup gegen Arthritis: weicher Extrakt aus Wacholderbeeren 10 g, flüssiger Extrakt aus Schachtelhalm 10 g, 5-Wurzel-Sirup, zum Auffüllen auf 400 g, 2 bis 5 EL täglich.

Wacholderwein: zerstoßene Beeren 30 g, gehackte Zweige 15 g, Weißwein 1 I, 4 Tage ziehen lassen, filtern, 30 g Zucker hinzufügen. Täglich 1 Likör- oder auch ein Wasserglas (kräftigend, appetitanregend, harntreibend), wirkt gegen Steinbildung und ist bei fiebrigen Erkältungen angezeigt). Die kräftigende Wirkung wirkt verstärkt, wenn man eine Prise Wermut und 15 g gehackte Meerrettichwurzel hinzufügt.

Anderes Wacholderweinrezept: zerstoßene Beeren 7,5 g, weiße Senfkörner 7,5 g, Weißwein 2 l, 5 Tage ziehen lassen, filtern. Zweimal täglich 1/2 Glas (kräftigend, appetitanregend, magenstärkend).

Harntreibender Wein: Fingerhut 5 g, Szilla 15 g, Wacholderbeeren 25 g, Kaliumazetat 50 g, Alkohol 100 g, Weißwein 900 g (10 g enthalten 0,5 g Fingerhut).

äußerlich:

Holz: 50 g pro I Wasser als Sud. Zum Auswaschen schlechtheilender Wunden und alter Geschwüre, deren Verheilung entscheidend gefördert wird.

Anregendes Einreibemittel bei Lähmungen: Wacholder-Essenz 2 g, Menthol 1 g, Terpentin-Essenz, 201 g, Alkohol zu 90% 120 g.

Bäder mit Wacholderzusatz bei Rheuma und Arthritis: Die Ergebnisse sind manchmal spektakulär. Auch für Waschungen geeignet. Siehe unter Rosmarin das Rezept für ein aphrodisisches Bad;

Wohnräume kann man ausgezeichnet desinfizieren, wenn man Wacholderbeeren röstet.

  • Notabene:
  1. Wacholder-Essenz löst Jod leicht auf, das seine gewohnten Reaktionen verliert (färbt Stärke nicht mehr blau und die Haut nicht mehr gelb). Wird jodierte Wacholder-Essenz eingenommen, befreit sich das Jod rasch; man findet es im Urin und im Nasenschleim (Heller). Ein weiterer Beweis für das rasche Durchdringen des Organismus durch ätherische öle.
  2. Natürlich ist es sehr zu empfehlen, die Wacholderbeeren, die bei der Zubereitung von Speisen verwendet werden, zu essen (Sauerkraut). Nur Snobs schieben sie an den Tellerrand.
  3. Durch Destillierung der Beeren erzielt man den Wacholderschnaps (Gin).
  4. Junge, auf Lehm getrocknete, in kleine Stücke gehackte und in einer verschlossenen Büchse aufbewahrte Triebe sind ein ausgezeichneter Tee.
  5. Das Cade-öl, auch Wacholderteeröl genannt, wird aus dem Juniperus oxycedrus gewonnen. Es wird gegen Hautkrankheiten und Zahnschmerzen eingesetzt: einen kleinen Wattebausch tränken und in das Zahnloch pressen.
  6. Wacholder-Essenz verleiht dem Urin Veilchengeruch.

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