Zitronenbaum

Zitronenbaum

Citrus limonum

Rautengewächs

Der Zitronenbaum soll aus Indien stammen. Heute wird er rings ums Mittelmeer angebaut.

Verwendete Teile:

die Frucht in verschiedenen Zubereitungsformen und die Essenz, die durch das Auspressen des äußeren Teils der Fruchthülle gewonnen wird (sie enthält viele Taschen mit Essenz). Grüne Früchte liefern mehr Essenz als ausgereifte gelbe. Ungefähr 3000 Zitronen sind notwendig, um 1 kg Essenz herzustellen. Das Fruchtfleisch dient zur Herstellung der Zitronensäure.

Wichtigste bekannte Bestandteile:

30% Saft, der 6-8% Zitronensäure, Apfelsäure, Kalziumzitrat, Kaliumzitrat usw. enthält
Kohlenhydrate: Traubenzucker, direkt assimilierbarer Fruchtzucker, Rohrzucker (Saccharose)
Mineralsalze und Spurenelemente: Kalzium, Eisen, Silizium, Phosphor, Mangan, Kupfer Gummi, Schleim, Albumine
Vitamine, vor allem der Gruppe B (B,, Bz, B3), A, C, PP. Die Vitamine B,, BZ und B3 spielen in der Ernährung, vor allem für das Gleichgewicht der Nerven, eine entscheidende Rolle. Das Karotin (Provitamin A) befindet sich hauptsächlich in der Schale, das Vitamin A im Fruchtfleisch und im Saft. Sie spielen während des Wachstums, aber auch zur Jungerhaltung des Gewebes eine wichtige Rolle.
Das Vitamin C (40 bis 50 mg auf 100 g Fruchtfleisch oder Saft) spielt eine entscheidende Rolle beim Sauerstoff-Abbau. Es beeinflußt auch die endokrinen Drüsen.
Das Vitamin PP ist ein wichtiger Schutzfaktor der Gefäße.
Die Essenz enthält ungefähr 95% Terpene (einen, Limonen, Phellandren, Camphen, Sesquiterpen), Linalol, Linalyl- und Geranyl-Azetat, Citral und Citronellal (6-8%), Aldehyde, ein Zitronenkampfer …

Eigenschaften:

Die Eigenschaften des Zitronenbaums sind äußerst zahlreich. In Spanien und anderen südlichen Ländern wird die Zitrone systematisch und mit gesichertem Erfolg bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt.

Innerlich:

  • bakterienbekämpfend (siehe Notabene), antiseptisch
  • aktiviert die weißen Blutkörperchen bei der Verteidigung des Organismus
  • erfrischend, fiebersenkend
  • das Nervensystem, vor allem den Sympathikus, stärkend
  • herzstärkend
  • alkalisierend (laut Rancoule, siehe Notabene)
  • harntreibend
  • rheuma- und gichtbekämpfend (laut Labbe), arthritisbekämpfend
  • beruhigend, die Magensäure dämpfend (siehe Notabene)
  • sklerosebekämpfend (vorbeugend gegen Alterskrankheiten)
  • skorbutbekämpfend
  • venenstärkend
  • die Viskosität des Blutes senkend (das Blut »verflüssigend«)
  • blutdrucksenkend (durch die Rückkehr zum biologischen Gleichgewicht), entschlackend
  • remineralisierend
  • blutbildend
  • die Produktion der Galle, der Magensäfte und der Bauchspeicheldrüse anregend
  • blutstillend
  • wurmtreibend
  • Insektengift bekämpfend
  • juckreizbekämpfend
  • die Schale ist stärkend und blähungsbekämpfend
  • der Samen wurmtreibend und fiebersenkend

äußerlich:

  • antiseptisch, antitoxisch
  • wundheilend
  • juckreizbekämpfend
  • giftbekämpfend (Insektenstiche)
  • hautpflegend
  • Motten und Ameisen vertreibend

Anwendungsgebiete:

Innerlich:

  • verschiedene Infektionen (Lunge, Darm …)
  • Infektionskrankheiten (regt die Bildung der weißen Blutkörperchen an)
  • Sumpffieber, überhaupt fiebrige Zustände (laut Cazin)
  • zur Vorbeugung bei Epidemien
  • allgemeine Schwächezustände, Appetitlosigkeit
  • Bauchwassersucht (laut L. Binet und Tanret)
  • Rheuma, Arthritis, Gicht
  • Harnsteine, Gallensteine
  • Magenübersäuerung, Magengeschwüre
  • Verdauungsbeschwerden, Luftschlucken
  • Skorbut
  • Arterienverkalkung
  • Krampfadern, Venenentzündungen, Schwäche der Kapillaren
  • übergroße Blutproduktion, »dickes Blut« (eine Kur mit Zitronen ersetzt den »Aderlaß«)
  • übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Lungen- und Knochentuberkulose (Pottsche Krankheit)
  • Mineralmangel, während des Wachstums und der Rekonvaleszenz, Blutarmut
  • Gelbsucht, Erbrechen (laut Avicenne)
  • angegriffene Leber
  • angegriffene Bauchspeicheldrüse
  • Leberstauungen
  • Bluterkrankheit
  • Blutungen (Nase, Magen, Darm, Blut im Urin)
  • Blähungen
  • Ruhr, Durchfall, Typhus
  • Darmparasiten (Madenwürmer)
  • auch bei Asthma, Bronchitis, Grippe, Tripper, Syphilis, Altersschwäche, Kopfschmerzen

äußerlich:

Stirnhöhlenvereiterung Hals-, Nasen-, Ohrenentzündungen Nasenbluten

Entzündung der Mundschleimhaut und der Zunge, Aphthen (laut Leven) Entzündung des Augenlidrandes Ausschläge, Furunkel, Flechten Migräne Warzen Herpes (laut Berlureaux) Frostbeulen eiternde Wunden Insektenstiche, Schorf, Krätze Hautpflege, Schönheitspflege allgemein Talgüberproduktion im Gesicht, Sommersprossen Vorbeugung gegen Hautfalten Handpflege brüchige Nägel zum Vertreiben von Motten und Ameisen

Anwendungsarten:

Innerlich:

Zitronenwasser (frische Zitronenschnitze in Wasser oder der Saft von 1 Zitrone in 1/2 Glas Zuckerwasser), vor allem bei Fieber, Erbrechen und Blutungen

Zitronensaft: besonders zur Kur geeignet, täglich Saft von 1/2 Zitrone bis ansteigend zu 10 oder 12 Zitronen täglich, vier oder fünf Wochen lang; anschließend täglich weiter den Saft von einer oder zwei Zitronen (möglichst reife Früchte wählen) zu sich nehmen

Wurmtreibend: die Schale, das Fruchtfleisch und die Kerne einer Zitrone kleinhacken, 2 Stunden in Honigwasser ziehen lassen, filtern, ausdrücken. Vor dem Schlafengehen trinken

auch der Sud der ganzen Frucht ist bei Darmparasiten angezeigt

gegen Madenwürmer: zerstoßene Kerne in Honig, morgens auf nüchternen Magen

gegen Leberschwellungen: abends kochendes Wasser über drei kleingeschnittene Zitronen gießen, morgens auf nüchternen Magen trinken

gegen rundliche Bäuche: abends eine Tasse kochendes Wasser über 2 Kamillie-Blüten und 1 in Scheiben geschnittene Zitrone gießen, morgens auf nüchternen Magen trinken

das gleiche Getränk wird bei Luftschlucken empfohlen Essenz: 5 bis 19 Tr. in Honig oder einem Getränk aufgelöst

äußerlich:

gegen Schnupfen und Stimhöhlenvereiterungen: mehrmals täglich einige Tropfen Zitronensaft in beide Nasenlöcher träufeln

gegen Nasenbluten: ein mit Zitronensaft getränkter Wattetampon

gegen Mundschleimhautentzündungen und Aphthen: Zitronensaft mit Honig vermischen und den Mund damit längere Zeit ausspülen

gegen Halsentzündung: den Saft von 1 Zitrone mit 1 Glas lauwarmem Wasser vermischen, gurgeln

in die Augen von Neugeborenen und gegen Lidentzündungen: 1 oder 2 Tr. Zitronensaft einträufeln

bei Migräne: mit Zitronensaft getränkte Kompressen auf die Stirn oder Zitronenscheiben auf die Schläfen

bei Verletzungen und eiternden Wunden: Zitronensaft rein oder verdünnt aufträufein (antiseptisch, blutstillend)

bei Frostbeulen: mit Zitronensaft einreiben (auch zur Vorbeugung)

bei Ohrenschmerzen: Zitronensaft ins Ohr träufeln

gegen Warzen: zweimal täglich mit einem stark säurehaltigen Essig, in dem die Schalen von 2 Zitronen 1 Woche lang eingelegt wurden, einpinseln

gegen brüchige Nägel: 1 Woche lang morgens und abends mit Zitronensaft bepinseln

bei fetter Haut: morgens und abends die Haut mit in Zitronensaft getränktem Wattebausch betupfen. 20 Minuten trocknen lassen, erst dann Creme auftragen

gegen Sommersprossen: leicht gesalzenen Zitronensaft aufpinse
ln

zur Geschmeidigkeit und Weichheit der Hände: mit folgender Mischung eincremen: Zitronensaft, Glyzerin, Kölnisch Wasser, jeweils zu gleichen Teilen

zur Erhaltung weißer Zähne: einmal wöchentlich mit Zitronensaft bürsten

empfindliche Füße: Teilbad in Lindenblüten, anschließend mit Zitronensaft einreiben

gegen Insektenstiche: mit einem Stück Zitrone einreiben (bei Schlangenbisse das gleiche, allerdings n.ur als Zusatzbehandlung)

zur Zahnfleischkräftigung: mit Zitronensaft einreiben

  • Notabene:
  1. Die Arbeiten von Morel und Rochaix über die bakterienbekämpfenden Eigenschaften der Zitronen-Essenz haben bewiesen, daß a) verdampfte Zitronen-Essenz innerhalb von 15 Minuten den Menningokokkus, in weniger als einer Stunde die Eberth-Bakterie, in 1 bis 3 Stunden den Pneumokokkus, in 2 Stunden den Staphylokokkus aureus und in 3 bis 12 Stunden die hämolytischen Streptokokken zerstört; b) reine Essenz den Eberth-Erreger und den Staphylokokkus in 5 Minuten, den Löffler-Erreger (Diphtherie) in 20 Minuten zerstört und den Tuberkulose-Erreger in einer Verdünnung von 0,2% an der Vermehrung hindert. Laut Aussage von Charles Richet zerstören einige Tropfen Zitronensaft innerhalb von 15 Minuten 92% der Bakterien einer Auster.
  2. Wasser, das einen unsauberen Eindruck macht, kann man mit Zitronensaft trinkbar machen (Saft von 1 Zitrone auf 1 I Wasser); auch Fleisch und Fisch, die keinen frischen Eindruck mehr machen, können mit Zitronensaft genießbar gemacht werden.
  3. Mit Zitronensaft kann man saure, gestockte Milch produzieren: den Saft einer Zitrone tropfenweise auf /z I Milch träufeln, die Milch dabei umrühren, bis sie körnig wird. Diese Milch ist sehr vitaminhaltig.
  4. Die Schale von 2 bis 3 Zitronen mit 1 I kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, einige Tropfen frischen Zitronensaft hinzufügen: ein ausgezeichnetes Getränk für den täglichen Bedarf.
  5. Abführende Limonade: Magnesiumkarbonat 11 g, Zitronensäure 18 g, Wasser 300 g, mit Zitronentinktur aromatisieren.
  6. Zitrone ist Bestandteil von verschiedenen Kompositionen auf Melissengeist-Basis.
  7. Zur Zitronensäure: Es mag manchen erstaunen, wenn er liest, daß Zitrone alkalisch wirkt und bei Magenübersäuerungen angebracht ist. Der saure Geschmack der Zitrone bedeutet in der Tat nicht, daß die Zitrone für den Organismus sauer ist, denn der Geschmack ist auf organische Säuren zurückzuführen, die sich umwandeln. Experimentalwurdenachgewiesen,daßregelmäßigerGenußvonZitronen im Organismus die Produktion von Kaliumkarbonat anregt, das den überschuß von Säure in den Körpersäften neutralisiert. So hat die Praxis bestätigt, daß mit Wasser verdünnter Zitronensaft bei Magenübersäuerungen neutralisierend wirkt (die Zitrone wird übrigens zu den basischen Lebensmitteln gerechnet).
    Natürliche Zitronensäure wird während der Verdauung mit Sauerstoff angereichert. Die freiwerdenden Salze wandeln sich in Kalzium- und Kalium-Karbonate und Bikarbonate, die das Blut alkalisch halten.
  8. Zitronen liefern entscheidend mehr Saft, wenn man sie vor dem Gebrauch 5 Minuten in heißes Wasser legt.

Einige nützliche Tips:

Kupfer, das sich schwarz verfärbt hat, säubert man mit einer halbierten Zitrone, deren Schnittfläche mit grobem Salz eingerieben wurde.

Silberschmuck läßt sich auf eine ziemlich einfache Weise reinigen: mit Zitrone einreiben, vor allem die Flecken mit heißem Wasser spülen und anschließend mit einem Hirschleder trockenreiben .

Kamine aus weißem Marmor reinigt man ebenfalls mit Zitrone: falls sich ölverschmierte Rußflecken gebildet haben, muß der Vorgang allerdings mehrmals wiederholt werden. Anschließend den Marmor mit einem feinen, leicht ölgetränkten Tuch polieren.

Rostflecken auf weißen Stoffen lassen sich ebenfalls mit Zitrone entfernen: eine Zitronenscheibe auf die betreffende Stelle legen, abdecken und mit einem heißen Bügeleisen darüberbügeln. Vorgang notfalls wiederholen.

Flecken an Waschbecken: mit einer Mischung aus dem Saft von 1/2 Zitrone und einer großen Messerspitze grobes Salz behandeln.

Gemüse-, Obst- oder Tintenflecken an den Händen lassen sich mit Zitronensaft entfernen.

Ein Säckchen mit getrockneter Zitronenschale im Kleiderschrank vertreibt Motten.

Ameisen fliehen, wenn man eine verfaulte Zitrone auf ihren Weg legt.

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