Zwiebel

Zwiebel

Allium cepa

Liliengewächs

Volkstümliche Namen: Bolle, Zibel, Zwiefel

Verwendete Teile:

Knolle und Saft

Wichtigste bekannte Bestandteile:

Zucker, Vitamin A, B und C, Mineralsalze: Natrium, Kalium, Kalziumphosphat und -nitrat, Eisen, Schwefel, Jod, Silizium, Phosphor- und Essigsäure, Allyl- und Propyl-Disulfat, flüchtiges öl, Glycokinin, Oxydasen und Diastasen (die beide durch Hitze sterilisiert werden).

Eigenschaften:

Innerlich:

  • allgemein anregend (Nervensystem, Leber, Niere …)
  • stark harntreibend, Chlorverbindungen und Harnstoffe auflösend und ausscheidend
  • rheumabekämpfend
  • infektionsbekämpfend, antiseptisch (Staphylokokken gegenüber verhält sich die Zwiebel, laut L. Binet, ähnlich wie ein Antibiotikum)
  • sekretbildend, auswurffördernd
  • verdauungsfördernd (vor allem bei der Verdauung von Mehlspeisen)
  • das Drüsengleichgewicht wiederherstellend
  • sklerose- und thrombosebekämpfend
  • aphrodisisch (laut früheren Arbeiten, die im Augenblick von H. Hull Walton wieder aufgenommen werden)
  • blutzuckersenkend
  • Skrofulose bekämpfend
  • wurmtreibend
  • leichtes Schlafmittel
  • Haut und Haare pflegend

äußerlich:

  • aufweichend und auflösend
  • antiseptisch
  • schmerzlindernd
  • Mücken vertreibend

Anwendungsgebiete:

Innerlich:

  • allgemeine Schwächezustände, geistige und körperliche überanstrengung, Wachstum
  • Stoffwechselstörungen
  • verminderte Harnproduktion, ungenügende Ausscheidung von Flüssigkeiten (ödeme, Bauchwassersucht, Rippenfellentzündung, Herzbeutelentzündung)
  • Wassersucht
  • Vermehrung des Rest-Stickstoffs im Blut
  • Rheuma, Arthritis
  • Gallensteine
  • Darmgärungen (Durchfall)
  • Infektionen des Genital- und Harntraktes
  • Beschwerden der Atemwege (Schnupfen, Bronchitis, Asthma, Kehlkopfentzündung)
  • Grippe
  • Verdauungsbeschwerden
  • Ungleichgewicht im Drüsenhaushalt
  • übergewicht
  • Arteriosklerose, Vorbeugung gegen Thrombosen
  • Vorbeugung bei Alterserscheinungen
  • Erkrankungen der Vorsteher-Drüse
  • Impotenz
  • Diabetes
  • Lymphknotenentzündungen, Haut- und Schleimhautentzündungen, Rachitis
  • Darmparasiten

äußerlich:

  • Abszesse, Nagelgeschwüre, Furunkel, Wespenstiche
  • Frostbeulen, rissige Haut
  • Migräne
  • Schlaganfall
  • Schwerhörigkeit
  • Ohrensausen
  • Zahnschmerzen
  • Warzen
  • Wunden, Geschwüre, Brandwunden
  • Sommersprossen
  • zum Vertreiben von Mücken

Anwendungsarten:

Innerlich:

die rohe Zwiebel, in naturbelassenem Zustand oder einige Stunden in Olivenöl gelegt, für Salate, Rohkostgerichte, Vorspeisen, in allen Suppen

feingehackt in Milch oder Brühe oder auf einem mit Butter oder öl bestrichenen Brot

die gehackte Zwiebel einige Stunden in heißem Wasser ziehen lassen, morgens nüchtern mit etwas Zitronensaft einnehmen

gegen Grippe: 2 gehackte Zwiebeln in 12 I Wasser einlegen. 2 Wochen lang 1 Glas zwischen den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen

gegen Durchfall: 1 Handvoll Zwiebelschalen in 1 I Wasser 10 Minuten kochen lassen; täglich 1/2 Liter trinken

gegen Durchfall bei Säuglingen: 3 gehackte Zwiebeln mit 1 I Wasser überbrühen, 2 Stunden ziehen lassen, süßen

gegen Darmparasiten: 1 große, gehackte Zwiebel 6 Tage in 1 I Weißwein ziehen lassen. 1 Woche jeden Morgen bei abnehmendem Mond 1 Glas nüchtern trinken; Kur zwei bis drei Monate lang wiederholen

gegen Rheuma: 3 ungeschälte Zwiebeln hacken und in 1 I Wasser 15 Minuten kochen lassen. Filtern. 1 Glas nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen

gegen Gallensteine: 1 große, feingehackte Zwiebel in 4 EL

Olivenöl anschwitzen, 150 g Wasser und 40 g ungesalzenes Schmalz hinzufügen, 10 Minuten kochen lassen. Einige Abende hintereinander sehr heiß trinken. 2 Stunden später, kurz vor dem Schlafengehen 1 Tasse Faulbaumsud trinken (2 bis 5 g getrocknete Rinde pro Tasse; nach dem Aufkochen 4 bis 6 Stunden abkühlen lassen). Die Kur sollte jedes Jahr einmal durchgeführt werden

in Alkohol: 10 Tage frische Zwiebeln in dem gleichen Gewicht von Alkohol (90%) mazerieren lassen. 3 bis 5 TL pro Tag (1 TL = 5 g Zwiebel)

in 20% Alkohol: 5 bis 10 g zweimal täglich in Zuckerwasser während der Mahlzeiten

Zwiebelwein (nach P. Carles): feingehackte Zwiebel 300 g, flüssiger weißer Honig 100 g, Weißwein 600 g, 48 Stunden marinieren lassen, filtern. 2 bis 4 EL täglich (50 g = 15 g Zwiebel)

äußerlich:

bei Rheuma: Senfpflaster mit rohen Zwiebeln (oder auch Knoblauch)

gegen Schlaganfall, Meningitis: als zusätzliche Behandlung die Schläfen mit einer Zwiebel einreiben und die Füße in 1 bis 2 kg Zwiebeln einpacken (während 8-10 Stunden)

gegen Migräne: Umschläge mit rohen Zwiebeln auf die Stirn

bei ungenügender Harnproduktion: Umschläge mit rohen Zwiebeln auf den Unterleib bei Warzen: Zwiebel, Meersalz und Ton zu gleichen Teilen mischen. Oder: eine Zwiebel aushöhlen und mit grobem Salz füllen. Die Warze morgens und abends mit dem gewonnenen Saft einreiben. Oder die Warze mit einer aufgeschnittenen roten Zwiebel einreiben

bei Wespen- und Insektenstichen: die betroffene Stelle ein bis zwei Minuten lang mit einer Zwiebel einreiben (nicht vergessen, den Dorn zu entfernen)

gegen Abszesse, Furunkel, Hämorrhoiden: Umschläge aus gekochten Zwiebeln. Eine ohne Wasser im Ofen gebackene Zwiebel läßt Abszesse, Phlegmone und Furunkel »reifen« …

bei Nagelgeschwüren: mit einer Zwiebelschale umgeben

bei Frostbeulen, rissiger Haut, Abschürfungen: Kompressen mit Zwiebelsaft

bei Wunden, Schnittwunden, Geschwüren, Brandwunden: die feine Haut, die jede Zwiebelschicht voneinander trennt, ist ein ausgezeichneter antiseptischer Verband. Auf die Wunde legen, mit einer Gaze schützen und verbinden

bei Sommersprossen*: mit Essig einreiben, in dem geriebene Zwiebeln eingelegt waren. Oder mit reinem Zwiebelsaft betupfen

bei Ohrensausen: einen mit Zwiebelsaft getränkten Tampon ins Ohr einführen

bei Schwerhörigkeit: 30 g Zwiebelsaft mit 30 g Schnaps mischen und erhitzen. 3 Tr. täglich, einer davon vor dem Schlafengehen

bei Zahnschmerzen: die schmerzende Stelle mit einem in Zwiebelsaft getränkten Wattestäbchen betupfen

eine halbierte Zwiebel, neben das Bett gelegt, vertreibt Mücken

* Ein anderes bekanntes Mittel, mit dem ich selbst keine Erfahrungen gemacht habe, das aber den Vorzug hat, gut zu riechen: die sogenannte Jungfrauenmilch, bestehend aus 10 g Benzoeharz-Tinktur und 1/, I Rosenwasser. Kann auch zur täglichen Körperpflege verwendet werden.

  • Notabene:
  1. Aufgrund ihres Glucokinin-Gehaltes ist die Zwiebel blutzuckersenkend.
  2. Die rohe Zwiebel hat eine besonders starke Wirkung auf die Harnwege, die gekochte auf den Verdauungstrakt.
  3. Eine Kur mit Frühlingszwiebeln ist genauso empfehlenswert wie eine Löwenzahn-, Trauben- oder Thermal-Kur. Auch die grünen Teile junger Zwiebeln sind eßbar und enthalten viele wertvolle Stoffe (roh oder gekocht).
  4. Bei Verdauungsschwierigkeiten oder Blähungen wirkt eine Zwiebelsuppe Wunder (auch an Tagen nach üppigem Essen). Die Zwiebeln nur anschwitzen, nicht braun werden lassen.
  5. Bei Schnupfen hilft Zwiebel-Sirup: Die Zwiebel in Scheiben schneiden, nebeneinander auf einen Teller legen, zuckern. 24 Stunden ziehen lassen. 2 bis 5 EL tägl
    ich (laut Marcel Morlet).
  6. Gegen Wassersucht wurde folgende Behandlung entwickelt: dreimal täglich nur Milchsuppe mit einer gehackten, rohen Zwiebel essen. Innerhalb einer Woche zeichnet sich eine Besserung ab, nach 2 Wochen fließt der Urin in Strömen. Eine halbierte Zwiebel, deren Geruch tief eingeamtet wird, kann eine Nervenkrise stoppen.
  7. Eine im Ofen gebackene Zwiebel, die man beim Zubettgehen unter die Fußsohle legt, kann Asthmatikern und Herzkranken Erleichterung verschaffen. Die Schule von Salerno rühmte Zwiebelsaft als Mittel gegen Haarausfall.
  8. 1972 zog Professor N. Kharchenko vom medizinischen Institut von Charkow die Bilanz seiner zehnjährigen Beschäftigung mit der Zwiebel. Er betonte folgende Punkte: das Vorhandensein der Vitamine B und C, des Karotens und antibiotisch wirksamer Stoffe; ihre positiven Wirkungen bei Verdauungsbeschwerden, Artheriosklerose, zu hohem Cholesterin-Gehalt im Blut, Bluthochdruck und Herzschwächen (jeweils heilend und vorbeugend); frischer Zwiebelsaft tötet den Diphtherie- und den Tuberkulose-Erreger ab; bei Halsentzündungen, Grippen und Lungenkrankheiten wirksam; äußerlich angewendet wirksam bei infizierten und eiternden Wunden; in der Frauenheilkunde ist eine zuckrige Lösung bei Infektionen des Gebärmutterhalses durch Trichomonaden wirksam.
    »Die Zwiebel ist ein wichtiger Grundbestandteil der Ernährung«, schreibt der Autor, »vor allem für ältere Menschen; darüber hinaus ist sie ein billiges Arzneimittel, das seine heilenden oder vorbeugenden Eigenschaften auch nach langer Lagerung bewahrt.«
  9. Um nach dem Genuß roher Zwiebeln keinen übelriechenden Atem zu haben, kaut man am besten 2 oder 3 Kaffeebohnen, etwas Petersilie oder einen Apfel. Auch eine Mundspülung mit Wasser und wenig Pfefferminzgeist hilft.
    Riechen Ihre Hände nach Zwiebeln, dann waschen Sie sie am besten in gesalzenem oder mit Ammoniak vermischtem (2 EL auf 1 l Wasser) Wasser.
  10. Eine alte Bauernweisheit besagt, daß der Winter sehr hart wird, wenn die äußeren Zwiebelschalen besonders dick und zahlreich sind.
  11. Siehe auch Knoblauch, Notabene, Nr. 7.

Einige nützliche Tips:

  • Zur Entfernung von Fingerabdrücken auf Türen und Fenstern eine Zwiebel (oder auch eine Kartoffel) halbieren und die entsprechende Stelle damit abreiben.
  • Wenn Sie Kupfer mit Zwiebelsaft dünn einpinseln, kann es keine Fliegenflecke bekommen.
  • Zur Holzwurmbekämpfung reiben Sie die betroffenen Stellen am besten 10 bis 15 Tage lang mit einer halbierten Zwiebel ein.
  • Gegenstände aus Nickel,die mit einer Zwiebel eingerieben wurden, rosten nicht.
  • Wenn Sie feuchte Erde und eine geriebene Zwiebel miteinander vermischen, erhalten Sie ein ausgezeichnetes Kupferputzmittel.
  • Zur Reinigung von Fenstern oder Messern, auch leicht angerosteten, eignet sich die Zwiebeln hervorragend.
  • Lackiertes Leder erhält, mit frischer Zwiebel behandelt, wieder seinen strahlenden Glanz.
  • Damit Etiketten auf Blechschachteln wirklich halten, reiben Sie die Schachteln am besten mit Zwiebel ab.
  • Sie kennen doch die »Geheimtinte«? Das ist nichts anderes als Zwiebelsaft. Die unsichtbare Schrift wird sichtbar, sobald man das Papier einer Hitzequelle aussetzt.

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