Krankengeschichten

Ambroise Pare hat einmal gesagt, daß »in der Medizin alle Dinge, alle Maßnahmen nur von ihrer Wirkung und ihrem Sinn her zu beurteilen sind«. Wirkung und Sinn – in diesem Kapitel finden Sie einige Krankengeschichten, bei denen die Behandlung mit Pflanzen und aromatischen Essenzen als Basis durchgeführt wurde, kombiniert mit biologischen Behandlungsmethoden.

  • Natürlich kann nicht jede Behandlung nach dieser Methode so glänzende Erfolge erzielen wie die hier geschilderten; darauf habe ich nicht nur in diesem Buch, sondern auch aus anderen Anlässen wiederholt hingewiesen.

Doch ich meine, daß die bei schweren Fällen erzielten Erfolge – und natürlich habe ich meine Auswahl dementsprechend getroffen -Anlaß sein sollte, über die Methode überhaupt nachzudenken.

Der erste Fall behandelt eine fünfundzwanzigjährige Frau, die seit 1959 an einer hartnäckigen, immer wiederkehrenden Blasenentzündung litt.

Die Harnanalysen wiesen ständig Kolibakterien, Staphylokokken und Blut in mehr oder weniger großen Mengen nach. Sieben Jahre lang, das heißt bis 1960, war die Frau in ständiger Behandlung, doch alle Bemühungen waren umsonst.

Der Gesundheitszustand der Frau, die bei 1,69 m 48 kg wog, war allgemein gesehen mittelmäßig bis schlecht. Sie beklagte sich über ständige Erschöpfungszustände, verbunden mit einer übersteigerten Nervosität, Appetitlosigkeit, Migräne, übelkeit, Verstopfung und regelmäßige Störungen des Sympathikus-Systems (Schlaflosigkeit, Herzklopfen). Ihr Behandlungsplan umfaßte aromatische Essenzen, Pflanzenauszüge in Form von Tinkturen und einen Sirup auf Phosphorsäure-Basis (Phosrome). Gleichzeitig wurden ihr verschiedene Heiltees für ihre Kreislaufschwierigkeiten verschrieben und ein Ernährungsplan aufgestellt.

Im August 1960, zwei Monate nach Behandlungsbeginn, teilte mir meine Patientin mit, daß am Tag nach dem Beginn der Behandlung die Symptome der Blasenentzündung verschwunden waren. Auch die anderen Krankheitserscheinungen waren fast vollständig abgeklungen. Sie beklagte sich nur noch über leichte Erschöpfungszustände und zeitweiliges Herzklopfen.

Im Januar 1961 war ihr allgemeiner Gesundheitszustand nach einer ausschließlich auf der Phyto- und Aromatherapie beruhenden Behandlung, die in Intervallen durchgeführt wurde, ausgezeichnet, und die Blasenentzündung ist nie wieder ausgebrochen.

Eine andere Krankengeschichte verdient es, aufgrund ihrer schweren Symptome, hier festgehalten zu werden.

Im Juli 1957 kam eine siebenundfünfzigjährige Frau zum erstenmal in meine Praxis. Seit einigen Jahren litt sie an täglichem Erbrechen, verbunden mit schmerzhaftem Magenbrennen; und an Blasenschmerzen, die durch Blasensteine hervorgerufen wurden.

Ihr Allgemeinzustand war sehr schlecht. Die Untersuchungen, die ich anordnete, bestätigten diesen Eindruck und wiesen viele Anomalien auf (Anzahl der roten und Art der weißen Blutkörperchen, Blutsenkungsgeschwindigkeit, der Kalzium- und Phosphorgehalt des Blutes, der Eiweißgehalt des Blutes usw.). Auf den Röntgenaufnahmen ihres Magens war ein Hiatus-Bruch zu erkennen, der den übertritt von saurem Magensaft in die Speiseröhre verursachte.

Die Kranke hatte sich in den vergangenen siebzehn Jahren zahlreichen Operationen unterziehen müssen und lehnte deshalb jede weitere Operation ab.

Ich schlug ihr einen Behandlungsplan vor, der ausschließlich auf aromatischen Essenzen beruhte, ergänzt durch einige Pflanzen in Form von Pulvern, Tinkturen und Aufgüssen: Splintholz von wilder Linde (Gravelline), Schachtelhalmpulver und schwarzer Rettich (Raphanus). Zur Bekämpfung des heftigen Brennens in Magen und Speiseröhre, das das Leben der Kranken besonders unerträglich machte, verschrieb ich ihr zusätzlich Heilerde (1 TL auf 1/, Glas Wasser, morgens nüchtern). Ratschläge für eine ihrem Krankheitsbild angepaßte Ernährungsweise schlossen die Beratung ab.

Zehn Tage später hatte sich der Allgemeinzustand ganz offensichtlich gebessert; die Frau mußte nicht mehr brechen, und auch die brennenden Schmerzen waren verschwunden. Zwei Monate später waren die anderen Symptome um ca. 50% abgeklungen.

Acht Monate später bestätigte die Kontrollanalyse: Die Krankheitssymptome waren verschwunden.

Im September 1963, also vierJahre nach Behandlungsbeginn, war der Gesundheitszustand unverändert gut; in der Zwischenzeit war in regelmäßigen Abständen eine Phytound Aromatherapie durchgeführt worden.

Die dritte Krankengeschichte betrifft ein zehnjähriges Kind, das im Dezember 1953 an einem brandigen Blinddarm operiert worden war.

Drei Tage war der postoperative Zustand normal, dann verschlechterte er sich zusehends. Das Fieber stieg auf 39° und das kleine Becken schwoll an. 48 Stunden später wurde die rechte Fossa ilica (flache Mulde an der Innenseiteder Darmbeinschaufel) drainiert: Die austretende, übelriechende Flüssigkeit wies auf einen Abszeß hin. Das Kind begann Galle zu erbrechen. Gleichzeitig stellte sein Körper die Stuhlund Gasproduktion vollständig ein. Trotz bester Pflege hielt das Erbrechen an; das Erbrochene wurde schwärzlich. Selbst die Behandlung mit Penicillin und anderen Antibiotika, verbunden mit Leberextrakten, konnte nicht verhindern, daß das Kind am 17. Tag nach der Operation eine rechtsseitige, eitrige Rippenfellentzündung bekam (starke Flora aus verschiedenen Mikroben). Der Allgemeinzustand war höchst bedenklich: Transfusionen wurden unumgänglich.

Drei Tage später war das Krankheitsbild in höchstem Grade alarmierend; man entschloß sich zu einer Behandlung mit aromatischen Essenzen und Pflanzen, zum Teil oral, zum Teil rektal verabreicht. Zwei Tage darauf mußte eine neue Drainage gelegt werden: Im kleinen Becken hatte sich übelriechende Flüssigkeit gestaut.

Einige Tage späte – man war zu zwei neuen Transfusionen gezwungen gewesen – verbesserte sich endlich das Bild. Ohne weitere Rückfälle erfolgte eine normale Rekonvaleszenz bis zur vollständigen Heilung.

Die Behandlung mit aromatischen Essenzen hatte insgesamt 1 1/2 Monate gedauert (Dr. G. in St.-P., Allier).

1959 veröffentlichte ich in der Zeitschrift Höpital einen Aufsatz über die Erfolge, die mit der Aromatherapie bei bestimmten Fällen von Gallen- oder Harnsteinen erzielt werden können. Hier zwei Beispiele:

Das erste bezieht sich auf eine achtünddreißijer:i.ge Frau, die seit einigen Monaten an heftigenchm i“ n der Gallenblase litt.

Sie erbrach häufig Galle und hatte den Appetit verloren: In den letzten sechs Monaten hatte sie acht Kilo abgenommen. Darüber hinaus war sie ständig verstopft, fühlte sich müde und schwach, und ihr Gesicht hatte eine ungesunde, gelbe Farbe. Auf der Röntgenaufnahme war eine beträchtliche Anzahl von Gallensteinen sichtbar.

Ich schlug eine Behandlung auf der Basis der Aromatherapie vor. Sechs Wochen nach Behandlungsbeginn gingen die Gallensteine ab: Die Ausscheidung, die kaum Schmerzen bereitete, dauerte ungefähr eine Stunde.

In den darauffolgenden zwei Monaten nahm meine Patientin fünf Kilo zu. Sie fühlte sich wieder kräftig und gesund. Die sechs Monate später erfolgte Röntgenkontrollaufnahme zeigte eine normale, gesunde Gallenblase. Während der sechs folgenden Jahre hatte die Patientin keinen Rückfall und erfreute sich bester Gesundheit.

Auch das zweite Beispiel stellt eine Frau, die an Gallensteinen litt, vor.

Eine akute, sehr schmerzhafte Krise ließ eine Operation angezeigt erscheinen. Doch die Patientin, vierundvierzig Jahre alt, bestand darauf,vor einer Operation erst einmal die Möglichkeiten der Aromatherapie auszuschöpfen.

Einige Tage darauf schied sie fünf haselnußgroße Gallensteine aus, später dann schwärzlichen Gallenschleim, in dem sich ein sechster, zylinderförmiger Stein befand. Die zwei Tage später erfolgte klinische Untersuchung ergab Schmerzfreiheit.

Die Patientin war in der Folgezeit von neuen Krisen verschont und erfreute sich bester Gesundheit.

Trotz dieser beiden positiven Beispiele möchte ich betonen, daß bei Krankheiten dieser Art mit der Aromatherapie keine hundertprozentigen Erfolge erzielt werden können. Es kann durchaus vorkommen, daß manche Steine auf Pflanzen und Essenzen nicht reagieren. Aber, und das ist sicher für die Betroffenen sehr positiv, die Patienten leiden in der Regel nicht mehr unter ihren Gallen- oder Nierensteinen, wenn eine Behandlung mit ätherischen ölen durchgeführt wird. Ihr Appetit kehrt zurück, und in vielen Fällen kann sogar auf einschränkende Diäten verzichtetwerden. Das Leben der Patienten wird entscheidend zum Positiven hin verändert. Auch die Blutbilder belegen, daß sich der Allgemeinzustand erheblich verbessert. Wenn die Steine auch nicht immer ausgeschieden werden, so doch in der Regel beträchtliche Mengen an Gries oder Schleim. So erholt sich die Gallenblase, funktioniert nahezu normal und, meine medizinisch gebildeten Leser mögen verzeihen, > arrangiert« sich mit den verbleibenden Steinen. Natürlich profitiert der gesamte Organismus von dieser Verbesserung.

  • Aber es gibt auch Fälle, bei denen natürliche Behandlungsmethoden die Lage der Kranken nicht spürbar verbessern. Dann ist eine Operation unvermeidbar, bei der die Chirurgen in der Regel auf größere Verletzungen und Entzündungen im Bereich der Gallenblase und der benachbarten Organe stoßen.

Die Gallenblase war folglich gar nicht mehr in der Lage, die Steine auszustoßen, und in solchen Fällen sehen sich die Chirurgen häufig gezwungen, nicht nur die Steine, sondern die gesamte Gallenblase zu entfernen, da sie als nahezu totes Organ eher eine Gefahr für den Körper darstellt und keinen Nutzen mehr bringen kann.

Wir haben die Pflicht,

und folglich auch das Recht,

beim Menschen dann Versuche zu unternehmen,

wenn ihm dies das Leben retten kann.

Claude Bernard

Wenn man sich die unendliche Vielzahl

von Menschen vor Augen führt, dann wird klar,

daß jeder therapeutische Eingriff

zu einem Experiment wird.

Georges Duhamel

Die Pflanzen und ihre aromatischen Essenzen sind in der Lage, bei vielen Krankheiten oft überraschende und unvergleichliche Erfolge zu erzielen; so ist es nur vernünftig, Schwerkranken die größtmöglichen Chancen zu geben und die Aromatherapie mit anderen, vorzugsweise natürlichen und biologischen Therapien zu verbinden. Voraussetzung ist, daß die verschiedenen Therapieformen in die gleiche Richtung zielen und sich nicht gegenseitig behindern oder gar widersprechen.

  • Folgende natürliche Behandlungen scheinen mir für ein kombiniertes Vorgehen besonders vielversprechend zu sein: Meerwasser, Spurenelemente, Heilerde, zahlreiche Mineralien und Metalloide (nichtmetallische Grundstoffe), trinkbare oder injizierbare Vakzide (Impfstoffe), Weizenkeime, Hefen, Pollen, Zelltherapie …

Ein besonderes Gewicht liegt dabei natürlich auf der Ernährung, denn mehrmals täglich unterstützt oder zerstört man seine Gesundheit, je nachdem, was man zu sich nimmt. »Es gibt Krankheiten, die sich nur durch die Ernährung heilen lassen«, schrieb bereits Hippokrates. In diesem Zusammenhang möchte ich noch Jean Rostand zitieren, der einmal sagte: »Jedes Menü ersetzt einen Apothekenbesuch.«

Das ganze Buch handelt von den zahlreichen und außergewöhnlichen Eigenschaften von Pflanzen und deren aromatischen Essenzen. Eine weitere, nicht zu unterschätzende Eigenschaft habe ich bisher nur am Rande gestreift: Sie unterstützen andere Therapieformen und helfen ihnen, besser »anzuschlagen«. Das Gewebe wird durch die Aromatherapie sozusagen »gereinigt«, von Schlacken und Giftstoffen befreit und ist natürlich so besser in der Lage, auf Behandlungen anzusprechen.

Diese Eigenschaft scheint mir logisch zu sein. Auf alle Fälle kann man sie nur bestätigen und bekräftigen, wenn man sich einmal die Mühe macht, das Problem durchzudenken.

Wie viele andere habe auch ich mich aus den verschiedensten Gründen auf unorthodoxe Weise mit dem Krebsproblem beschäftigt.

Es war mir vergönnt, einige spektakuläre Heilungen oder entscheidende Verbesserungen bei bestimmten Krebserkrankungen zu verfolgen. Die Kranken waren alle als hoffnungslose Fälle von denjenigen aufgegeben worden, die es für richtig halten, Behandlungsformen, die noch nicht den offiziellen Segen unserer Epoche bekommen haben, jeden therapeutischen Nutzen abzusprechen. Ein Problem, das nicht neu ist. 1846 schrieb F. Dorvault in L’Officine: »Sind wir verpflichtet, Heilmittel, deren positive Wirkungen wir aus der Praxis kennen, nur deshalb zu verwerfen, weil die therapeutischen Wirkungen nicht offiziell festgehalten sind? Weil ihnen, wenn mir dieser Ausdruck erlaubt ist, der wissenschaftliche Segen fehlt? Ich glaube nicht.«*

* F. Dorvault (geb. 1815) wurde »ohne Hilfe und ohne Beziehungen, nur aufgrund seiner Arbeit, seiner Hartnäckigkeit und seiner Energie« Apotheker; seine Veröffentlichungen machten ihn schnell in Frankreich und im Ausland berühmt. Seine Officine oder Repertoire general de pharmacie pratique. (allgemeines Repertorium der praktischen Arzneimittellehre), das erschien, als er gerade neunundzwanzig lahre alt geworden war, gilt als Meisterwerk. 1945 erschien die achtzehnte Auflage. Der unermüdliche Arbeiter und eminente Geist gründete – als Zeuge des Niedergangs des Apothekerstandes in seiner Zeit – mit 37 Jahren die Pharmacie Centrale de France, die aus eigenen Mitteln ihren Berufsstand regenerieren sollte. Dorvault war Mitglied zahlreicher französischer und internationaler wissenschaftlicher Gremien.

  • Seit Jahrhunderten sind Eigenschaften bestimmter Pflanzen und Essenzen bekannt, die Krebs und Tumore bekämpfen können. Es war mein Wunsch, dieses alte Wissen anhand der heutigen wissenschaftlichen Kenntnisse zu überprüfen.

Die Ergebnisse waren zum Teil überraschend; sie bestätigten in vielen Fällen die Erkenntnisse aus vergangenen Zeiten.

Ein weiterer Grund, mich mit Krebs zu beschäftigen, war: In der Literatur sind einige Fälle spontaner Heilungen oder entscheidender Rückbildung von Tumoren erwähnt. Der Fall eines Magenkrebses etwa, bei dem nach öffnung der Bauchdecke festgestellt wurde, daß er nicht mehr zu operieren sei. Als einige Monate später aus einem ganz anderen Grund der Patientoperiertwerden mußte, sah man, daß der Magenkrebsverschwunden war. Aus solchen Ereignissen, die immer wieder vorkommen, sollten wir eine Lehre ziehen: Es gibt, auch wenn das Problem »Krebs« sehr komplex ist, keinen Fall, der die resignierte Feststellung »hoffnungslos« rechtfertigt. Wir müssen immer eine mögliche Heilung im Auge behalten und die Behandlung danach richten.

Verfährt man auf diese Weise, erzielt man tatsächlich hin und wieder überraschende und unerklärliche Ergebnisse. In diesem Zusammenhang muß ich leider auch auf das Gegenteil hinweisen: Auch bei Früherkennung des Krebses, bei sofortigem Beginn der Behandlung und einem befriedigenden Allgemeinzustand des Patienten kann es vorkommen, daß der Patient die Krankheit nicht überlebt. Dies ist genauso unverständlich wie die Fälle von Todkranken, bei denen sich der Tumor zurückbildet und die sich einige Jahre nach ihrer Erkrankung bester Gesundheit erfreuen. »Wir lassen nicht zu, daß ein Arzt untätiger Zuschauer bleibt, auch wenn es sich um Fälle handelt, in denen seine Kunst scheinbar zum Scheitern verurteilt ist. « Auch dieser Satz stammt von Dorvault. > Denn«, fährt er fort, »das wurde nichts anderes bedeuten, als daß es in der Medizin nichts mehr zu entdecken gibt, daß jede Forschungsarbeit, alle Versuche sinnlos sind.« Genau diese Haltung, die heute ebenso verbreitet ist wie in vergangenen Zeiten, treibt die Kranken in die Hände von Wunderheilern und Magnetisopathen, in die Hände von denjenigen, die zu allen Zeiten und in allen Ländern versucht haben und heute versuchen, in die Lücken vorzustoßen, die die Medizin nicht ausfüllen kann. Erstaunlicherweise haben diese Leute in bestimmten Fällen sogar Erfolg.

Doch Tatsachen bleiben immer Tatsachen. In der Absicht, berechtigte Hoffnungen zu erwecken, möchte ich die Krankengeschichten von einigen Fällen erzählen, die als hoffnungslos aufgegeben waren und sich einige Zeit später bester Gesundheit erfreuten.

Bei den vier folgenden Fällen bildete die Phyto- und Aromatherapie immer die Basis der Behandlung.

Die erste Krankengeschichte betrifft ein neunzehnjähriges Mädchen, das zu Beginn des Jahres 935$ am linken Arm eine bösartige Geschwulst aufwies,

Der Chirurg, ein Freund der Familie, operierte den Tumor, der die Größe einer Orange hatte. »Ich mußte«, schrieb er, die Nerven und Arterien herausschälen, die die betroffene Stelle durchliefen; es war unvermeidbar, daß krebsbefallenes Gewebe an ihnen hängenblieb. So steht zu befürchten, daß sich der Krebs zum Schulterblatt und zum Unterarm hin ausbreiten wird.«

Die Aussichten waren schlecht, zumal zur damaligen Zeit. Natürlich wurden Bestrahlungen mit der Kobaltbombe angeordnet und alles getan, was man damals tun konnte, doch im Grunde waren die behandelnden ärzte überzeugt, daß das Mädchen nur noch einige Monate zu leben hatte.

Zwei Monate nach der Operation kam das Mädchen zum ersten Mal in meine Praxis. Die Operationswundewar gutverheilt, und es waren keine Anzeichen für Metastasen zu erkennen. Der Allgemeinzustand allerdings war denkbar schlecht; das Mädchen hatte stark abgenommen und konnteseine linke Hand kaum bewegen. Die zwei äußeren Fingerwaren fastvöllig steif und wie eine Klaue gebogen. Außerdem war die Funktionsfähigkeit des Ellbogens stark eingeschränkt.

Meine Behandlung basierte auf aromatischen Essenzen, Phosphorsäue und Magnesium. Gleichzeitig verschrieb ich Darmantibiotika auf natürlicher Basis, die bei den meisten chronischen Erkrankungen unerläßlich sind, sowie verschiedene andere Produkte, die bei Krebs empfohlen werden und in Form von Spritzen verabreicht wurden.

Aufgrund der Schwere des Falles entschloß ich mich, obwohl ich kein Homöopath bin, zusätzlich das Milieu mit Vaccinum toxinum, Kupfer, Thuja, Linolsäure und Kaliumkarbonat zu beinflussen.

Selbstverständlich bestand ich auf einer gesunden Ernährung mit giftfreien Nahrungsmitteln (rohem Gemüse), Sonnenblumenöl, Sauerteigbrot, naturbelassenem Wein usw.

Im September 1958, vier Monate nach Behandlungsbeginn, hatte die Patientin wieder Appetit, und ihr Allgemeinzustand war ausgezeichnet. Sie hatte 3 kg zugenommen und fühlte sich vital. Ellbogen, Hand und Finger ließen sich wieder problemlos bewegen.

Die Behandlung mit aromatischen Essenzen wurde ohne Unterbrechung fortgesetzt und 15 Sitzungen mit elektrischer Negativation* angeordnet, die später wiederholt wurden.

* Diese Behandlungsmethode verdanken wir den Arbeiten von Charles Laville. Ihr Ziel ist es, dem Organismus die normale negative elektrische Ladung wieder zugeben, die er verloren hat. Auf diese Weise versucht man, die überstarke positive elektrische Aufladung, die bei bestimmten Krankheiten, vor allem bei Krebs, auitritt, zu neutralisieren. (Siehe auch mein Buch: Docteur Nature [Doktor Natur], Verlag Maloine, Paris 1980.) Das zu diesem Zweck notwendige Gerät wird von der Firma Marion, 17s rue Lecourbe, 75015 Paris, hergestellt.

In der zweiten Behandlungsphase wurden neben aromatischen Essenzen, die weiterhin die Basis bildeten, Spurenelemente, verschiedene Mineralien, Magnesium und einige Frischzelleninjektionen verordnet.

Im Februar 1959, also zehn Monate nach Behandlungsbeginn, erlitt die Patientin einen spontanen, linksseitigen Pneumothorax (Ansammlung von Luft in einem Brustfellspaltraum) mit einem Erguß in die Pleurahöhle. Die Blutanalysen waren schlecht, vor allem die Blutsenkungsgeschwindigkeit. Bei der Punktion trat ‚/Z I verdächtige Flüssigkeit aus, doch die Laboruntersuchung ergab, daß sie steril war.

Der Patientin wurden weiter aromatische Essenzen, natürliche Vitamine und konzentriertes Kalziumchlorid als Getränk verabreicht.

Aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes und der Bitten der Familie wurde eine bereits angesetzte Operation wieder zurückgestellt; ich hätte die Notwendigkeit einer Operation auch nicht so ohne weiteres begründen können.

Drei Monate später war der Allgemeinzustand der Patientin wieder hervorragend; alle Kontrollanalysen brachten normale Ergebnisse. Röntgenologisch war der Erguß nicht mehr feststellbar. Die Lungenteile, die zusammengefallen waren, nahmen wieder ihren vollen Platz ein.

September 1975: Die Patientin erfreut sich bester Gesundheit. Die jährlich durchgeführten Analysen sind regelmäßig zufriedenstellend. Vor achtzehn Jahren war sie operiert worden, und damals hatte man ihr nur einige Monate zum überleben eingeräumt.

Die zweite Krankengeschichte betrifft einen jungen; zweiundzwanzigjährigen Mann, der an einer bösartigen Geschwulst an der Außenseite des rechten Fußes litt, die im November 1957 entdeckt wurde.

Zwei durchgeführte Biopsien* wiesen fibroblastischen Krebs nach**. Ein Kollege riet im Mai 1958 zur Amputation des Beines unterhalb der Hüfte.

* Entnahme von Organ- oder Gewebematerial beim Lebenden zum Zweck mikroskopischer Untersuchungen.

** Fibroblasten: Zellen im Bindegewebe, die die Vorstufe von Fibrozyten darstellen.

Am Tag, an dem die Operation stattfinden sollte, war der Gesundheitszustand des Patienten schlecht. Bei 1,83 m Größe wog er nur noch 57 kg; sein Gesicht war wachsbleich. Die Narben, die von den Biopsien stammten, hatten sich geöffnet und wucherten. Sie waren sehr druckschmerzempfindlich, der Kranke konnte nur hinkend gehen.

Ich verschrieb Aromatherapie oral, dazu Phosphorsäure, Magnesium und Leberextrakte. Als Ergänzung 15 Sitzungen mit elektrischer Negativation und natürliche Ernährung.

Drei Monate später war der Allgemeinzustand erheblich besser; lokal hatte sich nichts geändert.

Die Behandlung auf der Basis von aromatischen Essenzen wurde fortgesetzt und durch Spurenelemente ergänzt. 30 Sitzungen mit elektrischer Negativation wurden angeordnet.

Die Ergebnisse der laufend durchgeführten Analysen wurden von mir in anderen Publikationen veröffentlicht.

Im Rahmen dieses Buches reicht wohl die Information, daß ab 1961 auf weitere Behandlung des Kranken verzichtet werden konnte; die Werte der Analysen blieben normal, und der Patient hatte 19 kg zugenommen. Heute leitet er eine bedeutende Handelsgesellschaft. Die Behandlung umfaßte neben Citral, das intramuskulär gespritzt wurde, Trypanosa, zeitweilig verschriebene Spurenelemente und Frischzellen. Natürlich bildeten aromatische Essenzen und Pflanzen die Basis.

Im Dezember 1983, sechsundzwanzig Jahre nach der Entdeckung der Geschwulst, erfreut sich der Patient bester Gesundheit.

Die dritte Krankengeschichte betrifft einen einundfünfzigjährigen Mann, der im Juli 1959 aufgrund eines Mastdarmkrebses in meine Praxis kam.

Die ersten Anzeichen hatte er im April 1959 verspürt. Erlitt an Mastdarmblutungen und heftigen Bauchschmerzen. Mindestens zwölfmal täglich mußte er seinen Darm entleeren.

Eine Spülung mit Barium-Oxyd ergab im mittleren Teil des Mastdarms ein »Hindernis« und eine 5 cm lange Verengung. Die Blutanalysen bestätigten eine Veränderung der Eiweiß-, besonders der Globulinstrukturen.

Die Basis der Behandlung bestand wiederum aus Pflanzen und aromatischen Essenzen, ergänzt durch Magnesium, Phosphorsäure, Mittel zur Wiederherstellung einer ausgeglichenen Darmflora und aromatischen Spülungen, dazu Spurenelemente und elektrische Negativation. Von einigen geringen Varianten abgesehen, wurde diese Behandlung achtzehn Monate lang fortgesetzt, das heißt, bis Dezember 1960.

Die drei Röntgenbilder, die während dieser Zeit angefertigt wurden, zeigten keine Veränderungen; im Juli 1960 hatte sich eine hartnäckige Verstopfung eingestellt, die teilweise von blutigem Stuhl begleitet war. Im Dezember 1960 drohte ein Darmverschluß; eine Operation wurde unvermeidlich. Der Chirurg sah sich gezwungen, einen künstlichen Anus im linken Unterbauch anzulegen.

Die Gewebeuntersuchung erbrachte, daß es sich um einen gutartigen Tumor des Darmgewebes handelte, der in den Mastdarm eingedrungen war und sich dort ausgebreitet hatte; das Zellgewebe an den beiden äußeren Enden des entnommenen Darmes war frei von Krebszellen und die Nervenknoten frei von Metastasen.

Die Operation war lebensnotwendig gewesen; darüber hinaus erbrachte sie den erfreulichen Beweis, daß das Krebsgeschwür sich nicht ausgebreitet hatte.

Im November 1967, also acht Jahre nach den ersten Krankheitserscheinungen, erfreute sich der Patient einer ausgezeichneten Gesundheit. Er arbeitet körperlich schwer, und manche seiner dreißigjährigen Kollegen haben Mühe, da mitzuhalten. Die regelmäßig durchgeführten Analysen blieben normal.

Doch genau diese Krankengeschichte beweist wieder einmal, daß wir über den Krebs nicht sehr viel wissen: Im Dezember 1968 werden Metastasen in der Leber entdeckt. Im Dezember 1970 stirbt der Kranke.

Diesen Krankengeschichten, die bereits in verschiedenen medizinischen Publikationen und in den vorausgegangenen Auflagen dieses Buches veröffentlicht wurden, möchte ich noch zwei weitere hinzufügen. Viele Kollegen haben mir vorgeworfen, zu lange damit gewartet zu haben.

Laie Krankengeschichte von Frau G. V.: Die Patientin ist “1957 66 Jahre alt. Vor ein oder zwei Jahren hatte sie bereits eine Verdickung in der linken Brust festgestellt, bevor sie zu mir in die Praxis kam.

Der Tumor hat die Größe eines kleinen Hühnereis. Ich kann weder oberflächliche noch tiefersitzende Verwachsungen feststellen. Der Allgemeinzustand ist ausgezeichnet.

Die Blutbilder allerdings sind sehr schlecht. Ich frage mich, ob ich ohne Operation überhaupt irgendwelche Besserungen erzielen kann, doch in solchen Fällen zögere ich in der Regel, bevor ich einer Brustoperation das Wort rede. Die Patientin widersetzt sich auch heftig einer möglichen Operation.

Wir sind uns einig. Die Behandlung umfaßt die phytound aromatherapeutischen Möglichkeiten, dazu Schachtelhalm (aufgrund des Silizium-Gehaltes), Karzodelan, Spurenelemente und elektrische Negativation.

Die Behandlung zieht sich über ein Jahr hin, mit verschiedenen kleinen änderungen im Behandlungsplan.

Die Laborbefunde normalisieren sich. Zusammenfassend sei hier gesagt, daß die Laborergebnisse und der Allgemeinzustand hervorragend waren, während der Tumor sich laufend vergrößerte und sich zu einem regelrechten Geschwür entwickelte. 1962 plädiere ich für eine »einfache« Brustoperation ohne die Verstümmelungen nach der Halstedt-Methode. Die Kranke widersetzt sich.

Die bisherige Behandlungsform wird fortgesetzt; zusätzlich verordne ich Verbände, die die Wundheilung fördern und den Verfall aufhalten sollen.

Zehn Jahre sind verstrichen. Der Allgemeinzustand ist ausgezeichnet und die Laborbefunde normal.

Eines Nachts beginnt der Tumor heftig zu bluten; die Patientin wird sofort ins Krankenhaus eingeliefert. Der Chirurg informiert mich. Am nächsten Tag fahre ich in das 400 km entfernte Krankenhaus.

Mit meinem Einverständnis wird eine einfache Entfernung der Brust vorgenommen ohne anschließende Röntgen- oder Kobaltbestrahlung.

Anschließend setzen wir die Behandlung auf der Basis der Phyto- und Aromatherapie fort, mit zusätzlichen Magnesiumgaben, Katalysen und elektrischer Negativation.

Dezember 1972, siebzehn Jahre nach der Entdeckung des Tumors. Madame V. geht es sehr gut: Die Laborergebnisse sind normal und ihr allgemeines Befinden zufriedenstellend. Die Zweiundachtzigjährige führt ein normales Leben.

Im August 1974 tauchen erstmals Metastasen im Brustkorbbereich auf. Der Allgemeinzustand der Patientin verschlechtert sich zusehends. Zwei Monate später stirbt die Vierundachtzigjährige, 1811, Jahre, nachdem der Tumor entdeckt worden war.

Ich möchte folgendes festhalten: Die von mir entwickelte Behandlungsmethode zeitigt nicht immer so herausragende Ergebnisse – das wäre zu schön. Die Tatsache, daß Kranke auch bei bester Pflege sterben, kann von niemandem bestritten werden. Und bei Krebserkrankungen muß der behandelnde Arzt mit allem rechnen.

Doch was soll man zu der Ansicht eines der großen »Medizinmänner« sagen, der mir 1965 in einem Ton erklärte, der keinen Widerspruch zuließ, ein Patient sei eben sehr schlecht behandelt worden und man könne nichts mehr für ihn tun? Die von ihm in diesem Fall halbherzig angeordnete Behandlung hatte bei dem Patienten Venenentzündungen hervorgerufen. Die Behandlung mußte also unbedingt abgeändert werden. Erfreulicherweise waren andere ärzte bereit, dies zu tun und meine Ratschläge dabei zu befolgen.

Geniale Behandlung von unserer Seite? Jedermann sollte sich hüten, dies zu glauben; vielleicht aber doch Beispiele dafür, was man tun kann, wenn man wirklich alles, auch das Unmögliche, versucht.

Die zweite Krankengeschichte betrifft Monsieur lEs ist zwölf Jahre her, daß der Patient zum erstenmal zu mir kam. Professor N. von einem großen Pariser Krankenhaus hatte ihn wegen Krebs an der rechten Niere operieren uriollen.

Nach öffnen der Bauchhöhle hatte er den Patienten wieder zugenäht, ohne irgend etwas anzutasten. Eine niederschmetternde Diagnose.

Ich schlage bei ihm die gleiche Behandlung vor, wie in den hier vorangegangenen Fällen.

1974 geht es dem Patienten relativ gut. Er übernimmt eine wichtige Stellung.

  • Die Lehre, die wir daraus ziehen sollten und die von immer mehr ärzten gezogen wird, ist einfach: Bevor wir einen Patienten »zum Tod verurteilen«, gibt es immer noch etwas zu unternehmen.

Zum zweiten: Die Patienten, die sich erholten, besaßen Widerstandskräfte, die mobilisierbar waren. Professor Hartmann schrieb zu Recht: »Wir können den Kranken nur helfen, sich selbst zu verteidigen.«

Um den Umfang dieses Buches nicht allzu zu erweitern, werde ich mich ab jetzt auf zwei Krankengeschichten pro Themenkreis beschränken.

Tuberkulose

Erste Krankengeschichte: Herr D., 31 Jahre alt

Beidseitige Lurigtentuberkulose; die bis auf das.Jahr 1948 zurückgeht. Viele Rückschläge. Im’Märe 1959 wird eine Rippenresektion (operative Entfernung von‘ Rippe) ins Auge gefaßt. Behandlung. durch Arornatherapie‘ (auch des Umfeldes. Innerhalb von wenigen Monaten.augezeichnete Ergebnisse. Zwölf Jahre späte- der gleiche Zustand (September 1974).

Vorgeschichte:

1949 ist der Patient 19 Jahre alt und erbricht zum erstenmal Blut; in der linken Lungenspitze wird eine Kaverne entdeckt. Pneumothorax; in der Folge lösen sich Verwachsungsstränge. Zweijähriger Sanatoriumsaufenthalt.

1951 Wiederaufnahme der Arbeit; Pneumothorax bis 1954 existent.

1956 und 1957: jeweils an Gelbsucht erkrankt mit Gesamtgewichtsverlust von 12 kg.

August 1957: Bildung einer Kaverne in der rechten Lungenspitze.

Der Patient wird in verschiedenen Häusern sechs Monate lang mit Para-Aminosalicylsäure, Streptomycin und Rimifon behandelt. Während dieser Zeit tritt ein Pneumoperitoneum* auf.

* Luftansammlung in der Bauchhöhle.

Im März 1958 wird eine Rippenresektion vorgeschlagen, die der Patient jedoch ablehnt.

Der Allgemei nzustand ist schlecht: Der Patient wiegt bei einer Körpergröße von 1,83 m 68 kg. Häufige Leber- und Verdauungsbeschwerden mit übelkeit, wiederholtem Erbrechen und Störungen bei der Nahrungsverwertung.

Neue Behandlungsformen: Aromatherapie, Phosphorsäure, tägliche aromatische Waschungen, Verdampfen von ätherischen ölen. Dazu Desinfizierung des Magen-DarmTraktes mit natürlichen Mitteln, Spurenelemente …

Es versteht sich von selbst, daß eine gesunde und natürliche Ernährung in solchen Fällen Voraussetzung zur Heilung ist.

Die Behandlung wird sechs Monate lang fortgesetzt.

Resultate am 20. September 1958: Gewichtszunahme von 7 kg; das Blutbild ist normal geworden (Anzahl und Art der weißen und roten Blutkörperchen und besonders die Blutsenkungsgeschwindigkeit).

Keine Temperatur; der Appetit, die Verdauung und die Darmpassage der Nahrung sind ausgezeichnet.

Der Patient hat seine Arbeit als Publizist seit zwei Monaten wieder aufgenommen.

Im Dezember 1958, neun Monate nach Behandlungsbeginn, ist der Allgemeinzustand ausgezeichnet, und der Patient sprüht vor Vitalität. Inzwischen wiegt er 88 kg (Gesamtgewichtszunahme innerhalb von neun Monaten: 20 kg).

Im Juni 1959 erklärt der Patient, »sich schon morgens beim Aufstehen ausgezeichnet zu fühlen«, und das bereits seit mehreren Monaten.

Wir überspringen 15 Monate. Der Allgemeinzustand – Vitalität, Appetit, Schlaf -ist weiterhin mehr als zufriedenstellend. Das Gewicht hat sich auf 87 kg eingependelt. Eine Einschränkung: Der Patient klagt über Magenschmerzen. Die Röntgenaufnahmen sind nicht klar; vielleicht liegt ein Geschwür hinter dem ersten kurzen Abschnitt des Zwölffingerdarms.

übliche Geschwürsbehandlung, verbunden mit einer Leberdrainage.

Im September 1970, also zwölf Jahre nach Behandlungsbeginn, ist der Allgemeinzustand nach wie vor ausgezeichnet.

Neben der Aromatherapie, die in unregelmäßigen Abständen durchgeführt wurde, bekam der Patient Spurenelemente, Heilerde, Mineralien auf Pflanzenbasis und Frischzellen.

Zweite Krankengeschichte: Herr P., 46 Jahre alt

Lungentuberkulose, ins Jahr 1941 zurückreichend, 1943 als 100°/Q arbeitsunfähig pensioniert. Zahlreiche Sanatoriumsaufenthalte. 1953 werden fünf Rippen entfernt.

Erster Kontakt mit dem Patienten im März 1959: schlechter Allgemeinzustand (62 kg Gewicht bei 1,76 m Körpergröße), physische und intellektuelle Erschöpfung, Appetitlosigkeit, schweres Leberleiden, das den Patienten seit Jahren zu einer drakonischen Diät zwingt, Niedergeschlagenheit, Angstzustände, Behandlungsbeginn mit Phyto- und Aromatherapie, Phosphor, Vitamin D2, Spurenelementen.

Innerhalb eines Monats nimmt Herr P. 5 kg zu. Vom ersten Behandlungstag an waren die Kopfschmerzen verschwunden. Der Patient wird wieder aktiv. Eine relativ reichhaltige »Versuchsmahlzeit« mit viel Butter, Schokolade und Alkohol wird ohne Verdauungsprobleme überstanden.

Im Juni 1959 sind die Laborbefunde normal geworden.

Im September 1959 kann man den Allgemeinzustand nur als ausgezeichnet betrachten. Der Patient klagt über keine Beschwerden mehr. Auch das psychische Befinden ist gut. Herr P. muß keine Diät mehr einhalten. Das Gewicht beträgt 68,5 kg (Gesamtzunahme innerhalb von sechs Monaten: 6,5 kg).

Die Behandlung wird unverändert fortgesetzt.

Im Juli 1960 sind die Resultate weiterhin ausgezeichnet. Ein Zwischenfall beweist, daß der Patient sich wieder völlig gesund fühlt: Als er von einem Metzger gehänselt wird, stürzt er sich auf ihn und schlägt auf ihn ein. Der Metzger muß mit einem Jochbeinbruch und aufgeplatzter Oberlippe in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Zusätzlicher Beweis: Herr P., Vater eines dreiundzwanzig jährigen Sohnes, teilt mir mit, daß seine Frau wieder schwanger geworden ist.

Im Mai 1965 sind die Resultate immer noch unverändert positiv. Herr P. ist inzwischen Vater einer prachtvollen Tochter geworden.

Altersbeschwerden

Erste Krankengeschichte: Herr L., 68 Jahre alt

Altersfettsucht: 85 kg Gewicht bei 1,67 m Größe. Seit fünf Jahren psychisch und physisch völlig erschöpft. Der Kranke kann nicht die geringste Tätigkeit ausüben und verbringt seine Tage weinend in einem Sessel. Ausgeprägte Arthrose; entzündete Vorsteherdrüse; überhöhter Blutzuckergehalt 11 (150 mg%); ausgeprägter Bluthochdruck.

Im Januar 1960 Aufnahme der Phyto- und Aromatherapie (Ziel: Körperentgiftung, Senkung des Blutzuckers, Stabilisierung des Kreislaufs), kombiniert mit Meerwasser, Phosphor, Magnesium und einer gesunden Ernährung.

Zwei Monate später ist Herr L. völlig verändert. Ohne zu ermüden läuft er 5 km zu Fuß, trägt Lasten, hilft seiner Frau im Geschäft.

Die Prostata-Entzündung geht zurück (die Inkontinenzen sind verschwunden, das heißt, der spontane Abgang von Prostata-Sekret stellte sich ein). Er ist wieder fröhlich geworden und hat 5 kg Gewicht verloren.

Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen vier Monate nach Behandlungsbeginn:

Blutzucker: 120 mg % anstatt 158 mg % (gemessener Höchtswert)

Cholesterin: 202 mg % anstatt 230 mg % Calciumgehalt: 91 mg statt 66 mg

Phosphorgehalt: unverändert 44 mg (normal) der Blutdruck hat sich weitgehend normalisiert

Die Behandlung wird acht Monate lang unverändert fortgesetzt.

Februar 1962: der Allgemeinzustand ist ausgezeichnet.

Der Patient wird alle drei Monate untersucht; im Februar 1963 sind die Ergebnisse unverändert gut.

Zweite Krankengeschichte: Herr S., 65 Jahre alt

Fettsucht im Alter: bei 1,72 m wiegt der Patient 95 kg. Seit einem Jahr, nach einem seelischen Schockerlebnis, ausgeprägter physischer und psychischer Erschöpfungszustand, der sich in Nervenschwäche, Beklemmungszuständen; Schlaflosigkeit, Verlust des Erinnerungsvermögens und Reizbarkeit äußert.

Der Industrielle sieht sich nicht in der Lage, weiterhin sein bedeutendes Londoner Unternehmen zu leiten, und denkt bereits an Verkauf. Seit zehn Jahren leidet der Patient auch an Gichtanfällen, deutlich ausgeprägter Arthrose und Gliederkrämpfen.

Die Laboruntersuchungen ergeben einen überhöhten Blutzucker- und Cholesteringehalt (270 mg%), erhöhte Viskosität (innere »Reibung«) des Blutes, verbunden mit einem niedrigen Blutdruck und einer überhöhten Anzahl der Blutkörperchen Alpha 2 (Hämogliase*). Außerdem arbeitet die Leber nicht in ausreichendem Maße. Das Elektrokardiogramm ist normal.

Im Februar 1959 wird die Phyto- und Aromatherapie aufgenommen (Ziel: Entgiftung des Körpers, Bekämpfung der Gicht und Herstellung eines allgemeinen inneren Gleichgewichtes) und durch Phosphor und Spurenelemente ergänzt.

* Der Ausdruck stammt von Dr. de Larebeyrette, der damit ein von ihm entdecktes und beschriebenes Symptom benennt. Die Krankheit hat ähnlichkeit mitdem Leiden, das früher als »dickes Blut« benannt wurde: Die Hämogliase wird durch Störungen der Blutzusammensetzung charakterisiert, verbunden mit einem mehr oder weniger ausgeprägten allgemeinen Schwächezustand, Geschwürbildungen, Gedächtnisschwierigkeiten und in der Regel zu niedrigem Blutdruck.

Im April 1959 hat sich der Allgemeinzustand erheblich verbessert.

Ich beschließe, zur Zelltherapie zu greifen, die bei einem dermaßen gestörten Milieu die besten Erfolgsaussichten hat: Plazenta, Leber, Milz, Herz, Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns), Hoden (am 4. April 1959).

Nach einer starken Gichtreaktion in beiden Knien, die mit Phytotherapie und Heilerdeumschlägen behandelt wird, verläuft die Genesung erwartungsgemäß gut.

Im Juni 1959 ist der Allgemeinzustand bereits ausgezeichnet. Der Industrielle hat seine außergewöhnliche Arbeitskraft, die ihn sein Leben lang ausgezeichnet hatte, wiedergefunden.

Mit Pausen wird die Phyto- und Aromatherapie fortgesetzt. Im April 1961 ist der Zustand unverändert gut. In den zwei vergangenen Jahren hatte der Patient nur drei unbedeutende Gichtanfälle im großen Zeh erlitten.

Juni 1962: Kontrolluntersuchung mit den gleichen positiven Resultaten.

Juni 1963: dto.

Im Jahr 1965 kommt der Patient bei einem Unfall ums Leben.

Andere Fälle

Erste Krankengeschichte: Arteriosklerose, Hämogliase

Es handelt sich um einen vierundsechzigjährigen Mann, der im April 1962 mit ausgeprägten Seh-, Sprach- und Gedächtnisstörungen in meine Praxis kam. Der Patient ist übergewichtig (80 kg bei 1,70 m) und klagt seit einigen Monaten über andauernde Erschöpfungszustände.

Die Analysen ergeben eine zu hohe Blutviskosität, die Fähigkeit, Cholesterin abzubauen, ist negativ, die Anzahl der Globuline deutlich überhöht-all diese Anzeichen lassen auf eine Hämogliase schließen.

Der Kranke wird mit Phyto- und Aromatherapie behandelt, mit Meerwasser, Leberextrakten, den Oligokrinen aus der Schilddrüse und Jod.

Fünf Monate später ist der Cholesteringehalt von 230 mg% auf 220 mg% gesunken. Die Prozentzahl der Globuline ist von 20 auf 13 gesunken. Physisch und psychisch hat sich der Patient gut erholt.

Im November 1965 ist der Allgemeinzustand ausgezeichnet.

Zweite Krankengeschichte: Folgen einer halbseitigen Lähmung

Frau B., 68 Jahre alt, die im Juni 1959 eine linksseitige Lähmung erlitt, wird mir im September 1960 anvertraut. Der linke Arm ist immer noch leicht gelähmt, ihr geistiger Zustand beklagenswert: Sie findet keine Worte und kann sich an nichts erinnern; jede geistige Betätigung ist ausgeschlossen. Ein kürzlich durchgeführtes Elektroenzephalogramm (Aufzeichnung der Gehirnströme) zeigt »Spuren einer allgemeinen Beeinträchtigung der Gehirnzellen, Typ Arteriosklerose«.

Die augenärztliche Untersuchung ergibt »Sklerose der kleinen Adern«. Die Kranke wird mit Phyto- und Aromatherapie, Phosphorsäure, Magnesium, Spurenelementen, Quinton-Plasma und Frischzellen behandelt.

Vier Monate später sind die Lähmungserscheinungen im linken Arm verschwunden; die Kranke beginnt wieder zu lesen, ihr Allgemeinzustand verbessert sich zusehends.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen finden monatlich bis zweimonatlich statt; die eingeschlagene Behandlung wird fortgesetzt.

Die Patientin gewinnt einen Großteil ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten wieder; seit zwei Jahren (wir befinden uns im Mai 1963) fährt sie zum großen Erstaunen ihrer Familie wieder regelmäßig allein mit dem Zug in das Elsaß, um sich dort um ihre Geschäfte zu kümmern.

Das Kontrollelektroenzephalogramm bestätigt den allgemeinen Eindruck: der Befund ist altersgemäß normal. Weder vorübergehende noch dauerhafte Schädigungen sind feststellbar. Der Behandlungserfolg ist eindeutig dokumentiert.

Juli 1965: Die Resultate der Behandlung werden wiederum bestätigt.

Dritte Krankengeschichte: übergewicht bei einem Heranwachsenden

Der sechzehnjährige B. wiegt bei 1,62 m Körpergröße 85 kg. Sein Grundumsatz ist geringfügig verringert (-6%).

Verschiedene bereits durchgeführte Behandlungen sind fehlgeschlagen, und der junge Mann und seine Familie sind verzweifelt.

Im Juli 1961 beginnen wir mit der Phyto- und Aromatherapie, verbunden mit dem Schilddrüsenextrakt J. Roy (insgesamt 3 Packungen mitje 20Ampullen) und Meerwasser. Natürlich sind Brot, Nudeln, Backwaren und Wurst verboten.

Im September 1961: zusätzliche Zelltherapie.

Drei Monate später beträgt der Gewichtsverlust 17 kg. Der junge B. wiegt jetzt 68 kg.

Ohne weitere Behandlung und ohne Beibehaltung einer Diät wiegt der Fünfundzwanzigjährige bei einer Kontrolluntersuchung im September 1970 74 kg (bei inzwischen 1,73 m). Er ist völlig gesund, kräftig und sportlich.

Vierte Krankengeschichte: Knochenentzündung

Herr B., 48 Jahre alt, leidet 1956 an einer kleinen Wunde an der Außenseite des linken großen Zehs; der eingewachsene Nagel wird entfernt; eine Fistel entsteht.

Die darauffolgende Knochenentzündung wird ausgekratzt; eine zweite Fistel entsteht.

Im Mai 1958 wird das erste Zehenglied amputiert; die Fistel bleibt bestehen.

Im Februar 1959 Amputation des zweiten Zehengliedes; die Wunde eitert und schließt sich nicht.

Professor S. schlägt eine operative Entfernung des Lenden-Sympathikus vor.*

* In diesem Fall wollte man einen Teil des Sympathikus-Nervengeflechts vor und entlang der Lendenwirbel entfernen. Da der Sympathikus die Gefäße zusammenzieht, wollte man durch seine operative Entfernung erreichen, daß sich diese erweitern und so eine besere Durchblutung ermöglichen.

Im September 1959 sucht mich der Patient auf.

Befund: Eiternde Wunde am Operationsstumpf der linken großen Zehe; die Röntgenbilder zeigen eine leichte Veränderung des vorderen inneren Knorpels des Mittelfußes.

Urin, Blutzucker, Cholesterinspiegel, Blutsenkungsgeschwindigkeit, Prothrombin-Gehalt, Heparintoleranz, Ketound Hydroxysteroide und Elektrokardiogramm sind normal.

Blut- und Harneiweiß dagegen sind auffallend.

Innerlich wird eine Phyto- und Aromatherapie begonnen, verbunden mit Spurenelementen und Magnesium; äußerlich verschreibe ich Kompressen mit reiner, natürlicher Lavendel-Essenz.

Im Januar 1960, fünf Monate nach Beginn der Behandlung, die unverändert beibehalten wurde, ist die Wunde vollständig verheilt. Einen Monat zuvor hatte der Patient zum erstenmal wieder Schuhe anziehen können.

Im Mai 1961 werden die Resultate bestätigt; seit knapp einem Jahr war auf jede Behandlung verzichtet worden.

November 1965: Resultate unverändert.

Juni 1970: Resultate unverändert, ohne daß in der Zwischenzeit eine Behandlung unternommen worden wäre.

Fünfte Krankengeschichte: Diabetes

Ein dreiundsiebzigjähriger Mann, der bis dahin völlig gesund gewesen war, erkrankte im Jahre 1959 an Diabetes (Blutzuckergehalt 198 mg%).

Ich stelle Bluthochdruck fest. Die Röntgenaufnahmen zeigen eine ausgeprägte Arthrose der Wirbelsäule, verbunden mit verschobenen Rückenwirbeln und eingeklemmten Bandscheiben.

Der Patient klagt über physische und sexuelle Schwäche.

Erbliche Vorbelastung: Vater und Mutter waren an Lungentuberkulose gestorben.

Im Februar 1960 beginnen wir mit Phyto- und Aromatherapie, verbunden mit Phosphorgaben und einer entsprechenden Diät.

Zwei Monate später ist der Blutzucker auf 111 mg% gefallen und der Blutdruck normal.

Die Behandlung wird fortgesetzt und durch die Spurenelemente Zink, Nickel und Kobalt ergänzt.

Entwicklung des Blutzuckergehaltes: Juni 141 mg%, Juli 122 mg%, September 130 mg%, November 124 mg%, Januar 1961 109 mg%.

Seit einigen Monaten hat der Patient eine erstaunliche Vitalität zurückgewonnen und ist auch sexuell wieder aktiv, woran ihm sehr viel liegt. Der Blutdruck ist normal.

Juni 1963: Blutzucker bei 1,12 g; der Patient erfreut sich bester Gesundheit.

Dezember 1962: Mit 86 Jahren zieht sich Herr B. von den Geschäften zurück, kann aber weiter sein Amt als Bürgermeister seines Dorfes ausüben.

Sechste Krankheitsgeschichte: Depression

Frau P. fällt im März 1958, nachdem ihr Enkel als Soldat nach Algerien geschickt wurde, in eine tiefe Depression. Innerhalb von wenigen Wochen ist die Frau, die bis dahin fröhlich und aufgeschlossen gewesen war, nur noch der Schatten ihrer selbst. Sie erinnert sich an nichts mehr und verliert bald darauf, um es einmal volkstümlich auszudrücken, den Verstand: im Glauben, das Hauszu verlassen, schließt sie sich in einen Wandschrank ein und bleibt dort; wenn sie den Tisch abdeckt, trägt sie das schmutzige Geschirr ins Badezimmer usw.

Ihr Schwiegersohn kümmert sich rührend um sie.

Ich behandle sie mit Phyto- und Aromatherapie, Phosphor und Spurenelementen und lasse sie nach Paris kommen, um eine Frischzellenkur aus der Plazenta, der Leber, der Milz, dem vorderen Zwischenhirn und der Hirnanhangsdrüse durchzuführen.

Zwei Monate später ist Frau B. um zehn Jahre jünger geworden und hat vollständig ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten wiedererlangt.

Zweieinhalb Jahre ist ihr Zustand unverändert gut, bis sie im Dezember 1960, als sie zu Fuß nach Hause geht, in einen Graben mit eisigem Wasser fällt. Ein Bauer, der ihre Schreie hört, zieht sie aus dem Wasser und bringt sie nach Hause. Der psychische Schock durch die Angst vor dem Ertrinken hat schlimme Folgen.

Am gleichen Abend stellen sich die alten Krankheitssymptome wieder ein.

Ich bitte die Frau für eine zweite Frischzellentherapie nach Paris zu kommen. Die Behandlung wird durch Pflanzen und Essenzen vervollständigt.

Eineinhalb Monate später ist sie völlig geheilt, 1970, also zehn Jahre nach der Frischzellenkur, geht es der Frau trotz ihrer 83 Jahre bestens. Ab und zu trinkt sie einen Heiltee, den ich ihrverschrieben habe, und greiftauch auseigener Initiative zu den Pflanzen, denn sie gehört zu den Bäuerinnen, die Pflanzen und deren Heilwirkungen noch kennen.

Siebte Krankengeschichte: Bleichsucht

Die Bleichsucht ist eine Krankheit, die zu den Anämien zählt (Blutarmut). Seit einiger Zeit schon ist die Krankheit stark im Rückschritt begriffen.

1962 hatte ich die Gelegenheit, einen der seltenen Fälle zu behandeln. Es handelte sich um ein bleiches, mageres und ständig erschöpftes junges Mädchen, dessen Monatsblutungen seit einem halben Jahr ausgeblieben waren.

Die Analysen zeigten keine Auffälligkeiten, von den roten Blutkörperchen abgesehen, die die Zahl von 3900000 aufwiesen.

Mein Behandlungsplan umfaßte Pflanzen (als Tinktur oder in Pulverform), aromatische Essenzen (Fichtennadeln, Thymian, Lavendel, Geranium, Gewürznelke, Eukalyptus, Zitrone), Phosphorsäure und Jod. Da die Kranke zu einem Haushalt gehörte, in dem die Wichtigkeit einer gesunden Ernährung bekannt war, mußte ich diesen Punkt nicht berücksichtigen.

Zwei Monate nach Behandlungsbeginn setzten die Monatsblutungen wieder ein; weitere zwei Monate später war die Zahl der roten Blutkörperchen auf 4760000 gestiegen, und die Kranke hatte 6 kg zugenommen.

1970 heiratete die Patientin und bekam danach ein Kind. Die natürlichen Hormone hatten die Krankheit jetzt vollständig besiegt.

Achte Krankengeschichte: Körperlicher Verfall

Frau H., 50 Jahre alt, hatte das Konzentrationslager Ravensbrück überlebt, war dort medizinischen Versuchen unterworfen gewesen – Einspritzungen von unbekannten Produkten – und hatte auch Bekanntschaft mit dem Ochsenziemer gemacht … über die Nazigreuel ist ja ausführlich berichtet worden.

Als sie 1960 in meine Praxis kam, befand sie sich in einem erbärmlichen Zustand: Sie sah aus wie eine Greisin (gebückter Gang, schlaffe Haut) und wog bei einer Körpergröße von 1,58 m nur 47 kg.

Sie beklagte sich über Schwächezustände, die bereits 1944 nach ihrer Entlassung aus dem Konzentrationslager begonnen hatten, Schlaflosigkeit und Appetitmangel.

Dazu kamen Schmerzen der Wirbelsäule; die Röntgenaufnahmen belegten den Schwund von Knochenmasse im Bereich des Rückgrats, eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule und zahlreiche Verschiebungen der Hals-, Rückenund Lendenwirbel.

Außerdem stellte man eine Verkleinerung des Unterkiefers und ein Schrumpfen des Fußskeletts fest (die Frau, die früher Schuhgröße 37 hatte, trug jetzt Schuhe der Größe 35).

Frau H. beklagte sich über heftige Knochenschmerzen und konnte schon seit Jahren keine richtigen Schuhe mehrtragen. Seit dem Jahre 1944, als sie medizinischen Versuchen ausgeliefert war, hatte sie keine Monatsblutung mehr gehabt.

Der psychische Zustand entsprach dem physischen: Instabilität, Angstzustände, Unruhezustände, Verzweiflung und totaler Gedächtnisverlust.

Die zahlreichen vorausgegangenen Behandlungen waren erfolglos geblieben.

Ich beginne mit Phyto- und Aromatherapie, verbunden mit Magnesium und Frischzellen.

Einen Monat nach Behandlungsbeginn waren Appetit und Schlaf wiederhergestellt. Die Gesichtshaut hatte sich verjüngt. Die Rückenschmerzen klangen ab und die Gedächtnisfähigkeit kam teilweise wieder zurück. Zum ersten Mal seit langer Zeit konnte die Patientin wieder ohne Brille lesen. Auch der psychische Zustand hat sich entscheidend gebessert: Die Kranke war ruhig geworden, konnte sich wieder freuen und litt nicht mehr unter Alpträumen.

Die Analysen, die fünf Monate nach Behandlungsbeginn durchgeführt wurden, zeigten entscheidende Verbesserungen. Auf vielen Gebieten wurden die Normalwerte erreicht.

Die Patientin hatte 6 kg zugenommen. Zum ersten Mal seit vielen Jahren konnte sie Schuhe mit hohen Absätzen tragen und ihren Wagen steuern.

Im September 1961 sind die Laborergebnisse nach dreimonatiger Unterbrechung der Behandlung gleichbleibend zufriedenstellend.

September 1974: Der Allgemeinzustand ist unverändert gut; in der Zwischenzeit wurde sporadisch die Phyto- und Aromatherapie eingesetzt.

Seit der ersten Auflage dieses Buches im Jahr 1964 konnten viele Kollegen ähnliche Krankenbeobachtungen machen wie ich. Einer von ihnen hat sich vor allem mit den Auswirkungen der Phyto- und Aromatherapie bei der Behandlung von Allgemeinerkrankungen innerhalb der Psychiatrie beschäftigt. Einige Krankengeschichten möchte ich meinen Lesern jedoch nicht vorenthalten. Das Besondere an der Arbeit meines Kollegen ist die Tatsache, daß er einerseits mit chronisch Geisteskranken arbeitete, die seit Jahren in Krankenhäusern untergebracht waren, andererseits aber auch mit nur leicht Erkrankten; in beiden Fällen werden normalerweise synthetisch hergestellte Medikamente verabreicht.

Alle diese Kranken hatten viele Behandlungen bei wechselnden ärzten hinter sich; Behandlungen, die fast immer »klassisch« durchgeführt wurden und die Kranken nicht heilten, sondern oft zu Unzufriedenheit führten.

In beiden Fällen sind die Reaktionen auf natürliche Behandlungsmethoden durchaus mit denen sogenannter normaler Patienten zu vergleichen.

Erste Krankengeschichte

Frau B., 49 Jahre alt – Schwere Depression, Selbstmordabsichten. Sprang aus dem Fenster: Bruch des Beckens und der Handgelenke.

Im Oktober 1969 ist die Kranke bettlägrig. Beginnende Gelenksversteifung, Unbeweglichkeit des Halses und des rechten Arms, wund an den Fersen und dem Gesäß.

Die psychiatrische Behandlung verbessert die Stimmungslage, bleibt aber ohne Auswirkungen auf die körperliche Verfassung.

Im Januar 1970 wird die Behandlung begonnen, um die Verkrampfungen zu beheben: Dreimal wöchentlich erhält die Kranke subkutane Spritzen mit zweifach destiliertem Wasser um die blockierten Gelenke herum und in die Muskeln.

In wenigen Tagen sind die Symptome fast völlig verschwunden, und die Patientin glaubt an ein Wunder. Sie kann sich fast normal bewegen.

Die weitere Behandlung besteht aus Spülungen und Mineralienzufuhr auf aromatischer Pflanzenbasis (Tinkturen, Schachtelhalmpulver, einer Mischung aus Essenzen von Thymian, Lavendel, Salbei, Wacholder, Rosmarin), Magnesium, Einreibungen mit Aromastoffen und Bädern, denen Algen und Essenzen zugesetzt wurden (Badezusatz > Alg-Essences«).

Drei Monate später ist die Patientin psychisch und physisch wieder völlig gesund. Zum Erstaunen des Chirurgen kann sie ihre Glieder völlig normal bewegen. Sie nimmt ihre Arbeit wieder auf.

Zweite Krankengeschichte

Frau C., 36 Jahre alt. Dementia praecox (Jugendirresein), seit 6 Jahren hospitalisiert. Die gewalttätige und gefährliche Patientin leidet darüber hinaus an einer chronischen lungenund zeitweiligen Harnwegsinfektion. Regelmäßige Abmagerungsperioden mit erhöhter Temperatur.

Im Dezember 1969 wird sie mit > Kupfer-Gold-Silber«, mit »Mangan-Kupfer« und mit Phyto- und Aromatherapie behandelt.

Innerhalb von zehn Tagen Stabilisierung der Körpertemperatur auf 37°. Progressive Wiederherstellung eines normalen Allgemeinzustandes mit Gewichtzunahme und Erwachen der Aktivität. Auch der psychische Zustand wird günstig beeinflußt.

Die Behandlung wird fortgesetzt. Nach neun Monaten weitere positive Ergebnisse.

Dritte Krankengeschichte

Frau F., 56 Jahre alt, schwere Wahnvorstellungen. Seit mehreren Jahren hospitalisiert.

Die ehemals Tuberkulosekranke leidet an einer chronischen Nasen-Rachen-Infektion und Bronchitis, verbunden mit hartnäckigem Fieber. Antibiotika erweisen sich seit drei Jahren als wirkungslos. Der Allgemeinzustand ist schlecht. Im Oktober 1969 Behandlungsbeginn mit Spurenelementen und Aromatherapie, innerlich oder als Zäpfchen verabreicht.

Normalisierung der Temperatur innerhalb von drei Wochen. Die Behandlung wird sechs Monate lang fortgesetzt (20 Tage Behandlung, 10 Tage Pause usw.), die Resultate sind günstig und bleiben stabil.

Vierte Krankengeschichte

Frau M., 55 Jahre alt, Geistesstörungen mit Unruhezuständen, seit 5 Jahren hospitalisiert.

Post-operative Vaginalblutungen (Entfernung einer gutartigen Zyste) mit Fieber zwischen 38° unf 38,5°, das auf Antibiotika nicht anspricht. Die Untersuchungen und Analysen bleiben ergebnislos, von einigen Anzeichen abgesehen, die für eine Blutinfektion sprechen.

Innerhalb der Psychiatrie stößt man häufiger auf unerklärliche, meist schwankende Fieberzustände. Vielleicht ist die dauernde medikamentöse Vergiftung der chronisch Kranken daran schuld, die zu einem Abbau der natürlichen Abwehrkräfte führt. Der so geschwächte Organsimus wird dann von zahlreichen kleinen Infektionen befallen, die lokalisierbar (Lunge, Harntrakt, Genitalien, Verdauungstrakt) oder kaum lokalisierbar sind.

Innerhalb von zwei Wochen normalisiert sich die Temperatur nach einer anti-infektiösen Behandlung mit Aromatherapie (Dezember 1968). Drei Monate später akutes Fieber aufgrund einer ausbrechenden Bronchitis. Die Aromatherapie (Thymian, Rosmarin, Salbei, Zimt, Eukalyptus, Kamille, intramuskulär und oral verabreicht), die durch die gleichzeitige Gabe von Spurenelementen unterstützt wird, führt innerhalb von einer Woche zur Heilung der Kranken.

Der Beobachtungszeitraum erstreckt sich über 14 Monate; die Ergebnisse, unterstützt durch zeitweilige Behandlung nach dem oben aufgeführten Schema, sind seitdem jedoch gleichbleibend gut.

Fünfte Krankengeschichte

Fräulein H., 55 Jahre alt, schwachsinnig.

Seit einigen Jahren chronische Infektion der Harnwege, Blut im Urin und eine äußerst schmerzhafte Blasenentzündung.

Im März 1970 akuter Schub mit Fieber; Allgemeinzustand schlecht, schwerer Erschöpfungszustand.

Behandlung mit Phyto- und Aromatherapie und Phosphorsäure. Die Symptome klingen innerhalb von zwei Wochen ab. Die Patientin kann wieder aufstehen.

Vier Monate lang leichte Unterstützungsbehandlung; die Resultate bleiben gut.

Sechste Krankengeschichte

Frau F, 66 Jahre alt, Psychose mit Halluzinationen.

Im Januar 1970 Grippe, verbunden mit viel Auswurf, schlechtes Blutbild.

Drei Tage lang Antibiotika, dann Aromatherapie (Thymian-, Fichten-, Wacholder-, Rosmarin- und EukalyptusEssenz), »Kupfer-Gold-Silber«, Magnesium, Schachtelhalm.

Wiederherstellung eines zufriedenstellenden Allgemeinzustandes und Wiederaufnahme der Arbeit nach Ablauf von 2 Wochen.

Siebte Krankengeschichte

Frau R., 36 Jahre, nervöse Depression. Die Frau hat bereits eine ganze Reihe schwerer Krankheiten hinter sich: Gehirnerschütterung, Entfernung der Gebärmutter …

Die bettlägrige Patientin klagt über Schmerzen der Wirbelsäule, vor allem in der Lendengegend, und in der rechten Schulter. Außerdem leidet sie an einer hartnäckigen Blasenentzündung.

Behandlung (November 1969): Phyto- und Aromatherapie, injizierbare Extrakte aus gefriergetrockneten Nieren, trinkbare Vakzine.

äußerlich: Massage mit aromatischen Mitteln und Bäder mit dem Badezusatz »Alg-Essences«.

Nach sechs Tagen geht es der Kranken spürbar besser; sie kann wieder aufstehen.

Zwei Monate später kann die Kranke die Station verlassen; die innerliche wie äußerliche Behandlung mit Aromastoffen wird aufrechterhalten, ebenfalls eine Entschlackung auf Pflanzenbasis (Artischocke, Eschenblätter, Blätter von schwarzen Johannisbeeren, Schachtelhalm …) und Schwefel.

Die Harnanalysen sind unauffällig.

Bei Kranken mit tiefgreifenden psychischen Veränderungen können wir jeden Verdacht auf Simulation ausschließen. Sie sind geheilt worden, ohne daß sie wissen und begreifen, warum und wie. Doch ihre Familienangehörigen und das Pflegepersonal waren angesichts der erzielten Erfolge überrascht.

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, daß der Organismus dieser psychisch kranken Menschen durch die jahrelange Chemotherapie, die aufgrund der komplexen psychischen Symptome oft nicht vermeidbar ist, geschwächt und ihr Stoffwechsel häufig gestört ist.

Aber auch unter diesen Bedingungen haben die natürlichen Therapien ihre Erfolge unter Beweis gestellt.

Ich möchte hier die Aufzählung der Krankengeschichten beenden; nach dreißigjähriger Arbeit als Phyto- und Aromatherapeut wäre es mir ein leichtes, sie fortzusetzen …

Ich habe immer betont, daß die Aromatherapie kein Wunderheilmittel ist. So kann man mit ihr weder verschobene Wirbel zurechtrücken noch Hohlfüße korrigieren. Auch bei tuberkulöser Hirnhautentzündung, bei Wundstarrkrampf und einigen anderen Krankheiten ist sie machtlos, zumindest heute noch. Vielleicht gelingt es unseren Nachfolgern, hier weiter vorzustoßen.

Doch bevor ich dieses Kapitel abschließe, möchte ich gerne noch auf Dr. Alain Raynaud zu sprechen kommen, der für eine Station mit mehreren hundert Betten verantwortlich ist, auf der alte Menschen mit chronischen Krankheiten gepflegt werden. Alle Krankheiten sind hier vertreten, besonders aber die Infektionskrankheiten .

Alain Raynaud, den ich behandelte, als er noch nicht einmal ein Jahr alt war, interessiert sich für die verschiedensten medizinischen Gebiete, und seine Kenntnisse sind dementsprechend breit. So beschäftigt er sich auch, neben anderen Behandlungsformen, mit der Phyto- und Aromatherapie und läßt deren Segnungen seinen Bettlägrigen vor allem bei Gefäßerkrankungen, Arthrosen und Infektionen aller Art zugute kommen …

Einige dieser Kranken können nicht mehr aufstehen und leiden, wie fast immer in solchen Fällen, an eiterndem Wundliegen.

Die Pyozyaneus-Bakterie, die zu allen Zeiten gefürchtet war, gehört zu den Keimen, die bei solchen, allen Behandlungen trotzenden Wunden gefunden wurden.

Während unseres Kongresses in Lyon im April 1979 konnte ich die bemerkenswerten Resultate vorstellen, die Raynaud bei der Behandlung solcher Wunden mit einem von mir vorgeschlagenen Verfahren erzielt hatte: zwei- bis dreimal täglich Kompressen mit Tegarome (50 bis 100 Tr. in einem Glas mit lauwarmem Wasser aufgelöst), zwischen den Kompressen ein mit Vaseline getränkter Mullverband.

Diese Erfolge bestätigen wieder einmal die Vielseitigkeit der Aromatherapie, falls man sich ihrer zu bedienen weiß.

Die ärzte täten oft besser daran, zu Beginn einer Behandlung zu natürlichen Medikamenten zugreifen und diese Verschreibungen erst dann, wenn es sich als notwendig herausstellt, durch synthetisch hergestellte Predukte, zu ergänzen. Die Chemotherapie verhilft in bestimmten Fällen zu Erfolgen, die die Aromatherapie nicht leisten kann; aber umgekehrt ist der Satz ebenfalls richtig: Die Tatsachen belegen es in überreichlichem Maße.

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