Bergbohnenkraut

Bergbohnenkraut

Satureia montana

Lippenblütler

Volkstümliche Namen: Pfefferkraut, Weinkraut, Herzensfreund. Ursprünglich in der bergigen Gegend des Mittelmeerraumes zu Hause; liebt Feuchtigkeit und kalte Winter. Auch heute noch ist es in Südfrankreich weit verbreitet; wächst auch gern In Lavendel- und Thymianfeldern. In der Antike genoß es bereits hohes Ansehen. Es ist ein wichtiger Bestandteil von Verdauungslikören und bestimmten Wundheilmitteln, zum Beispiel von Alkohol, der zur Wundbehandlung bestimmt ist.

Verwendete Teile:

Die ganze Pflanze, Blütenspitzen, Essenz

In der Küche wird es aufgrund seines Aromas und der die Fäulnisprozesse bekämpfenden Eigenschaften geliebt; so gehört es unbedingt an Wild, das längere Zeit gelagert werden soll. Auch bei Rohkostgerichten, stark stärkehaltigen Speisen und bei Tomatensaucen (zusammen mit Salbei) wird es gern verwendet.

Die Essenz wird durch Destillation gewonnen. Sie enthält Pinen, bis 30-40% Carvacrol, 20-25% Zymen, 40-50% Terpene, Cineol und wenig Thymol.

Eigenschaften:

Innerlich:

  • verdauungsfördernd
  • anregend
  • krampflösend
  • blähungsverhindernd
  • stark antiseptisch, verhindert Fäulnisprozesse
  • wurmtreibend
  • schleimlösend

äußerlich:

  • wundheilend

Anwendungsgebiete:

Innerlich:

  • Verdauungsschwierigkeiten, Magenschwäche
  • geistige und sexuelle Schwächezustände
  • nervöse Magenbeschwerden
  • Darmkrämpfe
  • Darmparasiten
  • Darmgärungen, Blähungen
  • in Deutschland auch bei Durchfällen
  • Asthma, Bronchitis

äußerlich:

  • Wunden
  • Insektenstiche
  • Schwerhörigkeit

Anwendungsarten:

Innerlich:

  • Kräutertee aus den Blütenspitzen: 5 g auf eine Tasse kochendes Wasser. Zehn Minuten ziehen lassen. 3 Tassen täglich vor oder nach dem Essen. Essenz: 3 biss Tr. in Honigwasser zwei- bis dreimal täglich nach dem Essen.

äußerlich:

  • Als Infusion aus der ganzen Pflanze: 25 bis 30 g pro I Wasser. Als Lotion oder in Kompressen auf Wunden. gegen die Schwerhörigkeit: 3 bis 4 Tr. Pflanzensaft dreimal täglich ins Ohr träufeln, einmal vor dem Schlafengehen.
  • Notabene: Der Sud des Bergbohnenkrautes mit Wein vermengt wurde früher als Mundwasser und bei Geschwüren im Rachenraum benutzt. Auch Zahnschmerzen wurden mit der Essenz behandelt: Man rieb den von Karies befallenen Zahn mit etwas Essenz ein und träufelte einen Tropfen ins Ohr. Gartenbohnenkraut (Satureia hortensis) hat vergleichbare, aber schwächere Eigenschaften.

Neue Erkenntnisse

Obwohl das Bohnenkraut nicht zu den offiziell anerkannten Heilpflanzen gehört, haben Wissenschaftler in Montpellier vor kurzem eine sehr interessante Studie über die bakterienund pilzbekämpfende Eigenschaft von Bohnenkraut-Essenz veröffentlicht* und sie mit den Essenzen von Thymian, Rosmarin, verschiedenen Lavendel-Arten und dem Lavandin verglichen.

* Place de I’essence de Satureia montagna dans I’arsenal therapeutique (Platz der Essenz der Satureia montana im therapeutischen Arsenal) von J. Pellecuer, Madame Allegrini, Madame Simeon de Buochberg und J. Passet (Laboratoire de Botanique et cryptogamie, Faculte de Pharmacie de Montpellier) in Plantes medicinales et Phytotherapie, 1975, Band IX, Nr. 2.

Sie haben bewiesen, daß die Bohnenkraut-Essenz anderen Essenzen als Bakterienbekämpfer weit überlegen ist.

Diese Ergebnisse sollten bei der Behandlung von Infektionskrankheiten nicht außer acht gelassen werden.

Ich habe über diese neue Entdeckung in meinem Artikel »Das Bohnenkraut, ein wunderbares Antibiotikum« geschrieben.

Hier einige Auszüge:

»Wir könnten diesen Aufsatz folgendermaßen überschreiben: >Kann man auf Antibiotika verzichten?

J. Pellecuer und seine Mitarbeiter haben eine bemerkenswerte Studie über die bakterien- und pilzbekämpfende Wirkung der Satureia montana-Essenz veröffentlicht und sie dabei mit den Essenzen anderer Lippenblütler, deren Eigenschaften seit langem bekannt sind, verglichen. Sie betonen die überlegenheit der Bohnenkraut-Essenz gegenüber den anderen getesteten Essenzen (Thymus vulgaris L., Rosmarinus officinalis L., Lavandula vera DEC., Lavandula latifolia Vill. und Lavandin).«

Hier einige Auszüge aus dem Forschungsbericht:

»Viele antiseptische Mittel werden auf der Basis von Lippenblütler-Essenzen hergestellt, deren heilende Eigenschaften nicht mehr bewiesen werden müssen. Doch die Essenz des Bergbohnenkrauts wird bei keinem dieser Mittel verwendet. Diese Bergpflanze ist im Süden und Südwesten Frankreichs weit verbreitet.

Unter den Lippenblütler-Essenzen werden dievonThymian und Lavendel am häufigsten verschrieben. Aus diesem Grund wählten wir die beiden, zusammen mit der des Rosmarins, um sie mit der Bergbohnenkraut-Essenz zu vergleichen.

Die angewandte Methode entspricht wissenschaftlichen Standpunkten (…) 14 Mikrobenstämme, die aus eiternden Wunden (Milzbrand, Zahnfäule, Dickdarm-, Lymphgefäßund Blasenentzündungen) stammen, wurden untersucht.

Desgleichen suchten wir 11 verschiedene Pilzstämme, zum Beispiel verschiedene Arten der Candida, Trichophyten und Aspergilla.«

Hier die Schlußfolgerung der Autoren:

»Der Vergleich der bakterienbekämpfenden Eigenschaften beweist, daß das ätherische öl des Bergbohnenkrautes in einer Verdünnung, die zwei- bis zwanzigfach geringer ist als die von echtem Lavendel, Speik, Lavandin und Rosmarin, wirkt.

Die Thymian-Essenz ist im Vergleich zu der des Bergbohnenkrautes zwei- bis achtfach schwächer. Bei einigen Krankheitskeimen allerdings hat sie die gleiche Kraft und nur einmal (bei der Candida pelliculosa) war sie stärker wirksam.

Das ätherische öl der Satureia montana L. hat folglich eine mikroben- und pilzbekämpfende Kraft, die der anderer Lippenblütler überlegen ist.

Daraus ergeben sich neue Perspektiven für diese >einfache

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