Ysop

Ysop

Hyssopus officinalis

Lippenblütler

Volkstümliche Namen: Ispenkraut, Weinespenkraut, Eisewig, Eisop

Die aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanze ist heute in ganz Europa heimisch. Bei den Hebräern hieß es »Esobh«, das »Heilige Kraut«. Hippokrates verschrieb es bei Rippenfellentzündung und Dioskurides bei Atembeschwerden und Asthma (Ysop-Wein oder als Sud »in Wasser gekocht«).

Verwendete Teile:

Blüten und Blätter, Essenz aus der ganzen Pflanze

Wichtigste bekannte Bestandteile:

Hysopin, Saponin, Cholin (2%), Silizium, Kaliumnitrat, Tannin, ätherisches öl: Phellandren, Borneol, Pino-Camphon, Thuyon, Limonen, Geraniol … Aufgrund der Ketonen (PinoCamphon und Thuyon, manchmal mehr als 50%) ist die Essenz in hohen Dosen giftig und bei dazu veranlagten Patienten epilepsieauslösend (Cadeac und Meunier). Caujolle ist sogar davon überzeugt, daß sie die einzige pflanzliche Essenz ist, die beim Menschen echte Epilepsie-Krisen auslösen kann. Trotzdem ist sie weniger giftig als die Wermut-Essenz.

Eigenschaften:

Innerlich:

  • erleichtert und verändert den Auswurf der Lungensekretion (die Essenz wird über die Lunge ausgeschieden)
  • antiseptisch
  • hustenstillend, lösend
  • anregend, regt das zentrale Nervensystem an (laut Cadeac und Meunier)
  • blutdrucksteigernd (laut Caujolle, Cazal)
  • schweißtreibend, harntreibend
  • verdauungsfördernd, magenstärkend
  • die Muttermilchproduktion fördernd
  • wurmtreibend
  • krebsbekämpfend (?)

äußerlich:

wundheilend

Anwendungsgebiete:

Innerlich:

  • Asthma, Heuschnupfen, Atemschwierigkeiten
  • chronische Bronchitis, Husten, Grippe
  • Tuberkulose (die Essenz tötet den Koch-Erreger noch in einer Verdünnung von 0,2% ab)
  • Appetitlosigkeit
  • Hautkrankheiten
  • Rheuma
  • niedriger Blutdruck
  • Harnsteine
  • Fieberausschläge
  • Verdauungsstörungen, Verdauungsbeschwerden
  • Magenschmerzen, Koliken, Blähungen
  • Weißfluß
  • Darmparasiten
  • Krebs (?)

äußerlich:

  • Wunden, blaue Flecken
  • Syphilis, Krebsgeschwüre, Ekzeme

Anwendungsarten:

Innerlich:

Heiltee: 20 g auf 1 I Wasser. 3 Tassen täglich. Bei Bronchitis kann man noch Malve, Eibisch und kleinblumige Königskerze hinzufügen.

Ysopgeist: 10 bis 30 Tr. in 1/2 Glas Wasser

Heiltee gegen Asthma: Eppich-Wurzeln 30 g, Kletten-Wurzeln 30 g, Quecken-Wurzeln 30 g, Erlen-Wurzeln 30 g, Frauenhaarfarn-Blätter 30 g, Andorn 3 g, Ylang-Ylang 3 g, Fenchel-Samen 15 g, 3 Minuten in 1 I Wasser kochen, wie ein gewöhnliches Getränk trinken

ätherisches öl: 2 bis 4 Tr. dreimal täglich in alkoholischer Lösung oder mit Honig

äußerlich:

Heiltee: 30 g auf 1 1 Wasser. Für Waschungen oder Wundkompressen. Ysop gehört auch zu den Bestandteilen des pflanzenelixiers der Grande-Chartreuse*
Frische Melisse 640 g, frischer Ysop 640 g, frischer Engelwurz 320 g, Zimt 160 g, Safran 40 g, Macis 40 g, 8 Tage in zehn Liter Alkohol ziehen lassen, abgießen, die Pflanzen gut ausdrücken und zusammen mit einem bestimmten Quantum frischer Pflanzen destillieren (Melisse, Ysop). Nach einiger Zeit 1250 g Zucker unterrühren, filtern.

* Berühmtes französisches Kloster mit jahrhundertealter Tradition. Anmerkung des übersetzers.

Anderes Rezept: Zitronenmelissen-Essenz 2 g, Ysop-Essenz 2 g, EngelwurzEssenz 10 g, Englische Minzen-Essenz 20 g, Muskatnuß-Essenz 2 g, Gewürznelken-Essenz 2 g, Alkohol zu 80% 2 I, Zucker nach Belieben, je nach Belieben mit einigen Tropfen Safran-Tinktur gelb oder einigen Tropfen Indigo oder Holundergeist grün färben. (Siehe im Anhang das Kapitel »Giftigkeit bestimmter ätherischer öle«.)

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