Salbei

Salbei

Salvia officinalis

Lippenblütler

Volkstümliche Namen: Salser, Salfat, Altweiberschmecken, Sophie, Geschmackblatt, Muskatellerkraut

Es gibt ungefähr 450 Arten und Unterarten.

Salbei wächst auf dem ganzen Kontinent und wird häufig in Gärten angebaut. Die alten Römer nannten es herba sacra, und in der Schule von Salerno, einer berühmten antiken Medizinerschule, wurde es als Salvia salvatrix, natura conciliatrix geehrt. Salbei gehört zur Volksmedizin und ist eines der bekanntesten Heilkräuter.

Verwendete Teile:

Bläter, Blüten, ätherisches öl (das, selbst schwach dosiert, epileptische Anfälle hervorrufen und für das Nervensystem giftig sein kann. Die Giftigkeit der Salbei-Essenz ist zweimal höher als die von Wermut).

Wichtigste bekannte Bestandteile:

Gerbsäure, ein östrogener Wirkstoff, die Essenz: Borneol, Salviol (oder Salbei-Kampfer), Cineol, Salven, Salvon (ein Keton, das auch Thujon genannt wird, 50% der Essenz ungefähr, sehr giftig). Siehe auch im Anhang das Kapitel »Giftigkeit bestimmter ätherischer öle«.

Eigenschaften:

Innerlich:

  • anregend und allgemein kräftigend
  • gleichzeitig ausgleichend für das vegetative Nervensystem
  • krampflösend
  • appetitanregend
  • magenstärkend
  • antiseptisch
  • gegen Schweiß (laut van Swieten)
  • entschlackend
  • harntreibend
  • blutdrucksteigernd
  • das Einsetzen der Monatsblutung fördernd (laut Kroszcynski und Bychowka verursacht gereinigter Salbei-Auszug, Mäusen gespritzt, ähnliche Veränderung wie das Follikulin)
  • fördert die Empfängnisfähigkeit
  • krebsbekämpfend (?)
  • die Muttermilchproduktion zum Stillstand bringend

äußerlich:

  • zusammenziehend
  • wundheilend
  • antiseptisch
  • kräftigend, rheumabekämpfend (Bäder)

Anwendungsgebiete:

Innerlich:

  • stärkt die Kräfte des gesamten Organismus und ist bei allen Schwächezuständen angezeigt: Verdauungstrakt, Leber, Harnwegsinfektionen, Lungenkrankheiten, Rippenfellentzündungen …
  • bei Schwächezuständen (nach Krankheiten)
  • Neurasthenie
  • Verdauungsstörungen in Folge von Magen-Darm-Schwäche
  • verzögerte Verdauung, Appetitlosigkeit
  • nervöse Beschwerden: Zittern, Schwindelzustände, Lähmungen
  • Schlaganfall
  • chronische Bronchitis
  • Asthma
  • Nachtschweiß von Tuberkulosekranken
  • Hand- und Achselschweiß
  • Neigung zu Haut- und Schleimhautentzündungen
  • Wechselfieber
  • ungenügende Harnausscheidung
  • zu niedriger Blutdruck
  • reguliert ungenügende Monatsblutungen, generell bei Beschwerden mit Monatsblutungen
  • Post-Menopause
  • vDurchfall (von Tuberkulosekranken und Säuglingen)
  • Sterilität (laut Lyte)
  • Krebs
  • Vorbereitung auf die Entbindung
  • zur Eindämmung der Muttermilchproduktion

äußerlich:

  • Weißfluß (Vaginalinjektionen)
  • Aphthen, Entzündung der Mundschleimhaut, Halsentzündungen, Kehlkopfentzündungen, Zahnschmerzen
  • schlecht heilende Wunden, Geschwüre
  • Schwächezustände bei Kindern, Rachitis, Skrofulose
  • Hautkrankheiten (Ekzeme), Haarausfall
  • Insekten- und Wespenstiche
  • Desinfizierung von Wohnräumen

GEGENINDIKATION: während der Stillzeit

Anwendungsarten:

Innerlich:

Heiltee: 20 g Blätter und Blüten auf 1 I kochendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen. 3 Tassen pro Tag

Tinktur: 30 bis 40 Tr. zweimal täglich in etwas heißem Wasser

Flüssiger Extrakt aus Salbei: 1 TL abends in Melissentee zur Förderung des Nervengleichgewichts und als Mittel gegen Nachtschweiß

Essenz: 2 bis 4 Tr. dreimal täglich in alkoholischer Lösung oder mit Honigwasser

Pulver: 1 bis 4 g täglich

Anregender Wein: Salbeiblätter 80 g, Rot- oder Weißwein 1 I, eine Woche ziehen lassen. 1 bis 3 EL nach den Mahlzeiten. Von H. Leclerc bei allgemeinen Schwächezuständen, bei physischer wie psychischer überbeanspruchung, bei neurasthenischen Erkrankungen, Störungen des zentralen Nervensystems, vor allem aufgrund längerer Krankheiten empfohlen (ebenfalls bei Wechselfieber)

auch zum Betupfen von Aphthen geeignet

Glühwein auf Zimt-Basis kann jederzeit durch Glühwein auf Salbei-Basis ersetzt werden

Getränk gegen Schweißausbrüche: flüssiger Auszug aus stabilisiertem Salbei 50 g, Orangenblütensirup 30 g, Wasser zum Auffüllen auf 150 ccm, 1 EL vor dem Schlafengehen (Tuberkulose, Post-Menopause)

äußerlich:

das Einsetzen der Monatsblutung fördernde Zäpfchen: flüssiger Auszug aus Salbei 0,25 g, Pappel-Salbe 1 g, Kakao-Butter 3 g, weißes Wachs, genügend für 1 Z., 1 bis 2 Zäpfchen täglich. (Ausbleiben der Monatsblutung, Beschwerden bei der Monatsblutung, Sterilität)

Sud: 1 Handvoll Blätter und Blüten aus 1 I Wasser. 10 Minuten kochen lassen

als Vaginalinjektion (Weißfluß) als Kompressen auf Beingeschwüre, schlecht heilende Wunden, Hautkrankheiten, Ekzeme

als Mundspülung bei Aphthen, Mundschleimhautentzündungen und Geschwüren in der Mundhöhle

Tinktur und Rum, zu gleichen Teilen gemischt: zum Einreiben bei Haarausfall

bei Insekten- und Wespenstichen: den Stich mit zerriebenen Blättern einreiben

getrocknete Blätter zum Rauchen (Asthma), siehe S. 367

Pomade aus Salbeiblätter 30 g, Blätter des kriechenden Efeu 30 g, Schmalz 250 g, weißes Wachs 45 g, alles zusammen kochen, dann die Blätter entfernen (für schlecht heilende Wunden, Geschwüre, Prellungen)

als Badezusatz für geschwächte Kinder, bei Rachitis, Skrofulose, Rheum

siehe unter Rosmarin das Rezept für ein aphrodisisches Bad

  • Notabene:
  1. Wenn einen Monat vor der Geburt regelmäßig SalbeiTee getrunken wird, werden die Geburtsschmerzen erheblich geringer sein.
  2. Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) hat die gleichen Eigenschaften, allerdings ist er weniger stark.
    Muskateller-Salbei (Salvia scalarea) hat ebenfalls die gleichen Eigenschaften, vor allem die anregenden und die Monatsblutung fördernden. Auch heute noch werden mit seinen Blättern der Keuchhusten bekämpft. Er enthält eine Essenz, die die Konsistenz eines festen Honigs hat und das Scalareol enthält. Da er ähnlich wie grauer Amber riecht, wird er häufig in der Kosmetikindustrie verwendet. Bei manchen Erzeugnissen dient er sogar als Basis-Produkt.
    Laut Elt Muller wurde diese Salbei-Art früher von deutschen Händlern zur Verfälschung ihrer Weine benutzt. Etwas Muskateller-Salbei und Holunder verliehen dem Rhein-Wein angeblich einen angenehmen MuskatellerGeschmack. Sicher stammt dle Bezeichnung »Muskateller-Salbei« aus dieser Zeit.
  3. Zur Desinfizierung von Räumen, in denen Schwerkranke lagen, sollte man Salbeiblätter auf Holzkohle verbrennen.

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