Rezepte

Die Zusammensetzung von einigen medizinischen Weinen, medizinischen Essigen, Elixieren und Pflanzenmischungen

Es erscheint mir durchaus interessant, zu Dokumentationszwecken im Rahmen dieses Buches die Zusammensetzung einiger medizinischer Weine anzugeben. Es handelt sich natürlich nicht darum, ein vollständiges Verzeichnis aufzustellen, sondern den Lesern einen Eindruck zu geben, über welche Waffen unsere Vorfahren in ihrem Kampf gegen die Krankheiten verfügten.

Einige medizinische Weine

Zimtwein oder »Cordiat«:

Zimt 30 g, Malaga 500 g, 6 Tage stehen lassen, filtern.

Der »Hypocras« (Vinum hippocraticum) in der Antike war nichts anderes als ein mit Zimt aromatisierter Wein.

Auf die gleiche Weise kann man auch Wacholder- und Ingwer-Weine herstellen.

Bitterer, harntreibender Wein (nach Corvisart):

Zerstoßene Chinarinde 30 g, echte Seidenpflanze 30 g, Engelwurz 30 g, Scilla 30 g, Wacholder 10 g, Macis 10 g, Wermut 2 g, Melisse 2 g, Zitronenschale 60 g, Birkenrinde 60 g, Alkohol zu 34% 60 g, Weißwein 41

Die zerstoßenen Pflanzen im Wein 24 Stunden stehen lassen, danach durch ein Sieb gießen, dabei ausdrücken. Filtern. Bei Schwäche der Verdauungsorgane mit 4 EL täglich beginnen, dann steigern.

Wein gegen Weißfluß:

Chinin 180 g, Kalmus 45 g, Quassiaholzbaum 24 g, Zimt 24 g, Holunder 24 g, Alkohol 1500 g, reines Wasser 9 I

Nach 1 Tag abgießen und folgendes hinzufügen: Mars-Tinktur 375 g, Orangenblütenwasser 750 g, Zuckersirup 180 g, bei Weißfluß 60 g morgens nüchtern.

Aromatischer Wein:

Aromatische Kräuter 100 g, Wundklee-Tinktur 100 g, Rotwein 875 g

Zehn Tage stehen lassen, durchsieben, dabei die Kräuter ausdrücken, filtern, dann Wundkleegeist 125 g, hinzufügen, 2 Tage stehen lassen, wieder filtern.

Bitterer aromatischer Wein (Wermut-Wein, kräftigende Wein):

  1. Enzian 85 g, Tausendgüldenkraut 56 g, Orangenschale 42 g, Wermut 56 g
  2. Kalmus 85 g, echter Alant 85 g, Galgantwurzel 42 g, kleiner Wermut 28 g, Scharlachkraut 28 g, Schwertlilie 28 g
  3. gelbes Chinin 28 g
  4. Koriander 85 g, Zimt 14 g, Gewürznelke 7 g, Muskatnuß 3 Stück,

in vier Säckchen füllen; diese Säckchen auf den Boden eines 50-I-Fasses legen und mit Traubenmost auffüllen. Nach der Gärung auf Flaschen ziehen.

Früher als magen- und verdauungsstärkendes Mittel für kränkelnde Menschen verwendet.

Zimtwein (Hypocras, Cordiat, der Wein des Hippokrates):

Süße Mandeln 125 g, Zimt 45 g, Zucker 900 g, Schnaps 360 g, Madeirawein 720 g Einige Tage stehen lassen, filtern und folgendes hinzufügen: Moschus 0,09 g, graues Ambra 0,09 g

Andere Zusammenstellung:

Zimt 7,50 g, Ingwer 1,00 g, Muskatnuß 0,50 g, Gewürznelke 0,50 g, kleines Schaumkraut 0,25 g, Bitterorangenschale 0,25 g, Alkohol 25 g, einfacher Sirup 150 g, kräftiger Rotwein 11

Sennes-Wein:

Sennes 120 g, Koriander (Samen) 8 g, Fenchel (Samen) 8 g, Sherry 1 l

Die zerstoßenen Pflanzen und Gewürze 3 Tage stehen lassen, filtern, 90 g Rosinen hinzufügen, weitere 24 Stunden ziehen lassen, wieder filtern.

Morgens nüchtern 60 bis 100 g als abführendes und blähungsbekämpfendes Mittel bei Verdauungsstörungen mit Blähungen.

Abführender und stärkender Wein:

Sennesschoten 30 g, zerquetschter Rhabarber 24 g, Gewürznelke 4 g, Safran 4 g, Sherry 1 I

6 Tage stehen lassen, dabei häufig schütteln. Filtern. 2 bis 3 EL wirken stärkend, 5 bis 6 EL abführend.

Einige medizinische Essige

Antiseptischer Essig oder der »Essig der vier Diebe«:

Großer Wermut 40 g, kleiner Wermut 40 g, Rosmarin 40 g, Salbei 40 g, Pfefferminze 40 g, Raute 40 g, Lavendel 40 g, Rotangpalme 5 g, Zimt 5 g, Gewürznelke 5 g, Muskatnuß 5 g, Knoblauch 5 g, Kampfer 10 g, kristallisierte Essigsäure 40 g, weißer Essig 2500 g

Ungefähr 10 Tage ziehen lassen. Durchsieben, dabei ausdrücken, dann den in der Essigsäure aufgelösten Kampfer hinzugeben und filtern.

Dieser Essig dient als Vorbeugemittel gegen ansteckende Krankheiten. Man reibt sich Hände und Gesicht damit ein oder läßt ihn in Wohnungen verdunsten. In kleine Flakons abgefüllt, dient er als > Riechmittel« bei Ohnmachtsanfällen.

Es wird berichtet, daß dieser Essig im 17. Jahrhundert von vier Leichenfledderern während der großen Pest-Epidemie in Toulouse von 1628-1631 als Schutzmittel benutzt wurde. Die Mißachtung der Ansteckungsgefahr hatte die Richter erstaunt. In den Toulouser Archiven heißt es: > Vier Diebe wurden überführt, die während der vergangenen großen Pest in das Haus der Pestkranken gingen, diese in ihrem Bett erwürgten und dann die Häuser ausräumten: Aus diesem Grund wurden sie verurteilt, bei lebendigem Leibe verbrannt zu werden. Damit ihre Strafe weniger hart ausfiel, verrieten sie ihr Geheimnis; daraufhin wurden sie gehenkt.«

Das Originalrezept soll folgendermaßen gelautet haben: 3 Pinten starker Weißwein-Essig, 1 Handvoll Wermut, Mädesüß, Wacholderbeeren, wilder Majoran und Salbei, 50 Gewürznelken, 2 Unzen Alant-Wurzeln, 2 Unzen Engelwurz, 2 Unzen Rosmarin, 2 Unzen Andorn, 3 g Kampfer.

Aromatischer und antiseptischer Essig:

Melissengeist 15 g, Gewürznelken-Essenz 4 g, Zitronen-Essenz 10 g, Lavendel-Essenz 10 g, Weißwein-Essig 60 g

Miteinander vermischen und filtrieren. Mit Wasser verdünnt wird er als Einreibemittel bei Juckreiz verwendet, der mit bestimmten Hautkrankheiten verbunden ist.

Essig zur Zahnpflege:

Pyrethrum-Wurzel 60 g, feiner Zimt 8 g, Gewürznelke 8 g, Löffelkrautgeist 60 g, rotes Wundkleewasser 125 g, Guajakharz 8 g, Weißwein-Essig 21

Die Pflanzen und Aromen zerreiben und in dem Essig ziehen lassen. Das Guajakharz in dem Wundkleewasser und löffelkrautgeist auflösen. Den Essig filtern, das aufgelöste Harz untermischen. Der Essig wird zuerst trübe, klärt sich aber nach einigen Tagen.

Jungfrauen-Essig:

Alkohol, stark säurehaltiger Essig und Benzoeharz zu gleichen Teilen mischen, ziehen lassen, filtern. Einige Tropfen davon ins Wasser geben; das Wasser wird milchig, bekommt einen angenehmen Geruch und wirkt stärkend auf die Haut.

Englischer aromatischer Essig (Riechsalz):

Essigsäure-Salz 250 g, Kampfer 60 g, Lavendel-Essenz 0,50 g, Gewürznelken-Essenz 2 g, Zimt-Essenz 1 g.

Tafelessig (das alte Rezept der berühmten Firma Maille):

Holunderblüten 250 g, Estragon 375 g, Wasserminze 125 g, Basilikum 100 g, Marguitain 100 g, Bohnenkraut 100 g, Thymian 1 Prise, Lorbeerblätter 4-5 Stück, Schalotten 125 g, Knoblauch 31 g, Gewürznelke 40 g, Zimt40 g, reifespanische Pfefferschoten 6 Stück, Kerbel 180 g, zerstoßene Pfefferkörner 60 g, Salz und kleine Zwiebeln ausreichend, der stärkste Orlean-Essig 3 I

6 Wochen die Mischung in einem Tontopf, der mit einem Pergamentpapier verschlossen wurde, der Sonne aussetzen. Filtern, auf Flaschen abziehen, verkorken.

Einige Elixiere

Elixier gegen Gicht:

Graues Chinin 125 g, Klatschmohn 60 g, Sassafras 30 g, Rum 51

2 Wochen ziehen lassen, filtern und folgendes hinzufügen: Guajakwurzeln 60 g

Noch einmal 2 Wochen stehen lassen und mit folgendem

Sirup vermischen: Sassaparille 125 g, Zucker 1250 g

1 bis 2 EL zwei- bis dreimal täglich.

Antiseptisches Elixier nach Chaussier:

Chinin 64 g, Cascarilla-Rinde 16 g, Safran 2 g, spanischer Wein 500 g, Zimt 12 g, Schnaps 500 g

einige Tage ziehen lassen, filtern und dann folgendes hinzufügen:

Zucker 150 g, geschwefelter äther 6 g

Dieses Elixier wurde während der großen Typhus-Epidemie 1814/15 benutzt.

Elixier gegen Geschlechtskrankheiten:

Guajakharz 220 g, Sassafras 155 g, Peru-Balsam 15 g, Alkohol 1250 g

1 TL in einem Glas Zuckerwasser (Syphilis, Gicht)

Elixier zur Zahnreinigung:

Essenz aus ceylonesischem Zimt 1 g, Sternanis-Essenz 2 g, Gewürznelken-Essenz 2 g, Pfefferminz-Essenz 8 g, BenzoeHarz-Tinktur 20 g, Koschenille-Tinktur 20 g, Guajak-Tinktur 8 g, Pyrethrum-Tinktur 8 g, Alkohol zu 80% 1000 g

Miteinander mischen und nach 24 Stunden filtern. ‚/z TL in einem Glas lauwarmes Wasser.

Ein weiteres Elixier zur Zahnreinigung:

Guajak-Geist 187 g, Kampfer-Geist 4 g, Pfefferminz-Essenz 6 Tr., Löffelkraut-Essenz 6 Tr., Rosmarin-Essenz 6 Tr.

Elixier gegen Zahnschmerzen:

Guajak 15 g, Pyrethrum 4 g, Muskatnuß 4 g, Gewürznelke 4 g, Rosmarin-Essenz 10 Tr., Bergamotte-Essenz 4 Tr., Alkohol zu 70% 100 g

8 Tage ziehen lassen, filtern. 1 TL in einem Glas Wasser zur Mundspülung (Zahnschmerzen).

Elixier des Klosters La Grande Chartreuse:

Frische Melisse 640 g, frischer Ysop 640 g, frischer Engelwurz 320 g, Zimt 160 g, Safran 40 g, Macis 10 g, Alkohol 10 I

8 Tage stehen lassen, durchsieben, die Pflanzen auspressen, auf einer bestimmten Menge frischer Pflanzen (Melisse und Ysop) destillieren, danach 1,25 kg Zucker unterrühren und filtern.

Anderes Rezept:

Zitronenmelissen-Essenz 2 g, Ysop-Essenz 2 g, Engelwurz-Essenz 10 g, Englische Pfefferminz-Essenz 20 g, Muskatnuß-Essenz 2 g, Gewürznelken-Essenz 2 g, Alkohol zu 80% 21, Zucker nach Belieben mit einigen Tropfen Safran-Tinktur gelb oder einigen Tropfen Holunderblättergeist oder aufgelöstem Indigo grün färben.

Einige Pflanzenmischungen

Bei diesen Mischungen werden getrocknete, zerriebene oder zerstoßene Pflanzen oder Pflanzenteile für Heiltees und Sude für innerlichen wie äußerlichen Gebrauch miteinander vermengt.

Krampflösende Pflanzenmischung:

Baldrian 90 g, Orangenbaumblätter 60 g, Schafgarbe 30 g

Ein anderes Rezept:

Lavendel 50 g, Melisse 100 g, Basilikum 100 g, gemeine Katzenminze 100 g

Als Heiltee bei Keuchhusten.

Aromatische Kräutermischung:

Salbei, Thymian, Quendel, Rosmarin, Ysop, Origano, Wermut, Pfefferminze, jeweils die Blätter zu gleichen Teilen als Badezusatz oder als Lotion: 50 g auf 1 1.

Blähungsverhindernde Mischung:

Anis, Fenchel, Koriander und Kümmel, Samen oder Körner jeweils zu gleichen Teilen.

Harntreibende Pflanzenmischung:

Fenchel, kleine Stechpalme, Eppich, Petersilie und Spargel, jeweils die getrockneten Wurzeln zu gleichen Teilen.
Als Heiltee: 20 g auf 1 I.
Dient auch zur Herstellung des »Fünf-Wurzel-Sirups« (3 bis 5 EL täglich).

Pflanzenmischung zum Räuchern (laut Trousseau):

Stechapfel 30 g, Salbei 15 g

Bei Asthma; auf 20 Zigaretten aufteilen oder in der Pfeife rauchen.

Wurmtreibende Pflanzenmischung für Spülungen:

Wermut 30 g, Baldrian 30 g, Rainfarn-Samen 15 g, OrangenSchale 15 g

2 EL auf 1/2 1 kochendes Wasser. 10 Minuten ziehen lassen, durchsieben. Die Menge reicht für zwei Spülungen aus (jeweils 1 EL öl beifügen). Wirksam bei Maden- und Peitschenwürmern.

Einige nützliche Präparate

Climarome (Hygieneprodukt)

Eine Mischung aus Lavendel-, Myrtenheide-, Fichte-, Pfefferminz- und Thymian-Essenzen.

Dieses erst seit kurzer Zeit sich auf dem Markt befindende Produkt ist kein eigentliches Medikament. Doch aufgrund der Zusammensetzung hat es eine starke antiseptische, balsamische und schützende Wirkung auf die Atemwege.

20 Tropfen auf ein Taschentuch geben und mehrmals am Tag tief einatmen.

Tegarome (Hygieneprodukt)

Eine Mischung aus Lavendel-, Thymian-, Salbei-, Eukalyptus-, Rosmarin-, Zypressen-, Myrtenheide- und Geranium-Essenzen.

Lindernd bei Sonnenbrand, Verbrennungen ersten und zweiten Grades, die oberflächlich und begrenzt sind, bei Insektenstichen (Wespen-, Spinnen- und Mückenstiche), Schnittwunden, bestimmten Pickeln, Verstauchungen; eignet sich vorzüglich zur Mundhygiene.

Je nach Erkrankung wird Tegarome rein oder mit lauwarmem Wasser verdünnt für Kompressen (50 Tr. auf 1 Glas Wasser) und Mundspülungen oder zum Gurgeln (20 Tr. auf 1 Glas Wasser) verwendet.

Die Erfahrung hat gezeigt, daß dieses Produkt bei Gürtelrose, unverdünnt als Kompresse lokal angewendet, einen günstigen Einfluß ausübt. Wir haben bisher kein einziges Mal zu einem anderen Mittel greifen müssen, vorausgesetzt, daß es möglichst früh und dann 15 bis 20 Tage lang eingesetzt wurde. Nur zur Sicherheit verschreibe ich zusätzlich oral einzunehmendes Magnesium. Sicher spielen dabei die virusbekämpfenden und wundheilenden Eigenschaften gewisser in Tegarome enthaltener Essenzen eine wichtige Rolle.

Bekannte Präparate, die man nicht fertig im Handel bekommt

Aromatische Arnika-Tinktur:

Arnika-Blüten 50 g, Gewürznelke 10 g, Zimt 10 g, Ingwer 10 g, Anis 100 g, Alkohol 1 I, 8 Tage ziehen lassen, filtern.

1 TL in 1/, Glas Zuckerwasser, zwei- bis dreimal täglich, bei Verstauchungen und Prellungen. Gutes Zahnschmerzmittel.

Wunderwirkender Weingeist:

Engelwurz 30 g, Rosmarin 30 g, Majoran 30 g, Gartenbalsam 30 g, Ysop 30 g, Wermut 30 g, Thymian 30 g, Pfefferminze 30 g, Salbei 45 g, Weingeist oder Schnaps 2,5 I, in einem lichtdurchlässigen Gefäß luftdicht abgeschlossen 2 Wochen der Sonne aussetzen. Filtern, in Flaschen füllen und verkorken.

Bei Verdauungsschwierigkeiten, Verstopfungen, Darminfektionen, allgemeinen Schwächezuständen, Schwindelanfällen: 1 TL jeden Morgen.

Bei Wunden und Abszessen zwei bis dreimal täglich erneuerte Kompressen.

Opodeldoch-Balsam:

Geriebene Tierseife 30 g, Alkohol zu 90% 250 g

In einem Glasgefäß im Wasserbad zerlaufen lassen, dann folgendes hinzufügen: pulverisierter Kampfer 24 g, Thymian-Essenz 2 g, RosmarinEssenz 6 g, heiß in Flakons einfüllen; die Mischung erstarrt zu einem Gelee (zum Einreiben bei Rheumaschmerzen).

Fioravanti-Balsam oder Terpentin-Geist:

Lärchen-Terpentin 50 g, Elemi-Harz 10 g, flüssiges Styrax-Harz 10 g, Galbanum 10 g, Myrrhe 10 g, Aloe 5 g, Lorbeerbeeren 10 g, Galgant 5 g, Zittwerwurzel 5 g, Ingwer 5 g, ceylonesischer Zimt 5 g, Gewürznelke 5 g, Muskatnuß 5 g, kretischer Diptam 5 g, Alkohol zu 80% 300 g, wurde früher bei Nierenkoliken benutzt; heute dient es als Einreibemittel bei Rheuma und Gicht.

Diejenigen, die sexuell nicht mehr auf der Höhe sind, können immerhin einmal folgende Mischung probieren:

Italienische Essenz:

Zimt 90 g, großer Kardamon 60 g, Galgant 60 g, Gewürznelke 15 g, Pfefferschoten 12 g, Muskat 8 g, graues Ambra 0,2 g, Moschus 0,2 g, Alkohol zu 90% 1 I, einen Monat ziehen lassen, filtern (als aphrodisisches Mittel 20 bis 30 Tr. auf Zucker).

Eine Auswahl künstlicher Frucht-Essenzen, die von der Nahrungsmittelindustrie verwendet werden

Ich bin mir sicher, daß sich die Leser für die Zusammensetzung bestimmter künstlich hergestellter Essenzen interessieren, die in der Nahrungsmittelindustrie, vor allem im Konditorhandwerk, und bei der Herstellung von Parfüm Verwendung finden. Hier einige Formeln:

Auf hundert Teile Alkohol kommen bei der:

  • Ananas-Essenz: 1 Teil Aldehyd, 1 T. Chloroform, 10 T. Amylbutyläther, 5 T. Butyläther, 3 T. Glyzerin
  • Erdbeer-Essenz: 5 Teile äthersäure, 3 T. Amyläthersäure, 2 T. Amylbutyläther, 5 T. Butyläther, 1 T. Formaläther, 1 T. Methylsalicyläther, 1 T. Nitratäther, 2 T. Glyzerin
  • Kirsch-Essenz: 1 Teil Benzolsäure, 5 T. äthersäure, 5 T. Benzoläther, 5 T. Rebendoldenäther, 3 T. Glyzerin

Cognac-Essenz erhält man durch die ätherisierung von flüchtigen Fettsäuren, die bei der Verseifung von Fetten entstehen.

Im allgemeinen rechnet man 10 bis 15 g künstliche Essenz auf 100 kg gekochten Zucker.

Die chemische Industrie hat inzwischen künstliche Aromen für folgende Geschmacksrichtungen entwickelt: unter anderem für Banane, Pfirsich, Apfel, Traube, Mandel, Nuß, Haselnuß, Aprikose, Pflaume, Birne, Quitte, Johannisbeere, schwarze Johannisbeere, Kokosnuß, Orange, Zitrone, Grapefruit, Mandarine, Kaffee, Butter, Vanille, Rum …

Maiglöckchen-Parfüm:

Die natürlichen Essenzen aus Früchten, die hauptsächlich von qualitätsbewußten Konditoren verwendet werden, gewinnt man durch die Destillierung eine- beträchtlichen:“ Menge von Früchten erster Qualität, wobei der Ertrag zu weilen nicht einmal ein Zwanzigstel der destillierten Früchte ausmacht.

Rosenalkohol aus den Blüten 70, Narzissenalkohol aus dem öl 3, Veilchenalkohol aus den Blättern 3, Nachthyazinthenalkohol aus dem öl 3, Methylheptincarbonat 3, reines Jasminwasser 15, Methylionon 100, Anisaldehyd 50, Manila-Ylang 60, Phenylacetataldehyd 25, Bergamottenschale 120, Moschus-Ambrettenkörner 10, Rosenholzlinalol 150, Heliotropin 5, Amberharz 5, Terpineol 343, Methylcinnamat 35 = 1000

Vergleichstabelle alter und neuer Maße und Gewichte

Während der Arbeit an diesem Buch habe ich mich bemüht, die Gewichtsmaße alter Rezepte in heute verwendeten Maßeinheiten auszudrücken. Vielleicht ist es für die Leser interessant, die wichtigsten alten Maße kennenzulernen:

1 Pinte = 2 Schoppen = 1 Liter

1 Schoppen = 1 Sester = 1/2 Liter

1/2 Sester = 1/4 Liter

1 Pfund = 16 Unzen = 500g

1/2 Pfund = 8 Unzen = 250g

1 Unze = 8 Quentchen = 32g

1 Quentchen = 72 Gran = 4g

1 Skrupel = 26 Gran = 1,3g

Es ist sicher nützlich, im Rahmen dieses Buches einige allgemeine Hinweise zur Ernte und Konservierung der Pflanzen sowie zu deren Dosierung für Heiltees und Sude zu geben.

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